53.000 Euro Förderung für bessere medizinische Versorgung in Korjukiwka
Das Kreiskrankenhaus von Waldkirchs ukrainischer Projektpartnerstadt Korjukiwka erhält eine Förderung von rund 53.000 Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit den Mitteln werden dringend benötigte medizinische Geräte angeschafft. Den Förderantrag hat die Stadt Waldkirch im Rahmen der Projektpartnerschaft gestellt.
Krankenhaus versorgt rund 160.000 Menschen
Das zentrale Kreiskrankenhaus in Korjukwika übernimmt die medizinische Versorgung von rund 150.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Hinzu kommen etwa 10.000 Menschen, die aufgrund des Krieges in die Region geflohen sind. Korjukiwka liegt in der Region Tschernihiw, rund 30 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Die Region ist immer wieder von Kampfhandlungen betroffen. Im Krankenhaus werden deshalb neben der örtlichen Bevölkerung auch Verletzte infolge des Krieges behandelt. Die Kriegssituation erschwert den Krankenhausbetrieb erheblich. Lange Luftalarmphasen – teilweise bis zu 18 Stunden am Tag – sowie Schäden am Stromnetz beeinträchtigen die medizinische Versorgung. Patientinnen und Patienten müssen teilweise auf andere Krankenhäuser ausweichen, die 90 oder sogar 200 Kilometer entfernt liegen.
Moderne Geräte für Augenmedizin und Endoskopie
Mit der Förderung kann das Krankenhaus mehrere dringend benötigte Geräte anschaffen. Dazu gehört ein optischer Kohärenztomograf (OCT). Mit diesem Gerät können unter anderem die Netzhaut und der Sehnerv untersucht werden. Dadurch werden Untersuchungen präziser und umfassender möglich – insbesondere für Menschen mit kriegsbedingten Augenverletzungen. Außerdem werden ein Aufbereitungsgerät und ein Schrank für flexible Endoskope angeschafft. Damit können die medizinischen Instrumente effizient gereinigt und steril gelagert werden. Die schnellere Aufbereitung verkürzt die Vorbereitungszeit und schafft zusätzliche Kapazitäten für die Behandlung von Patientinnen und Patienten. Ein elektrischer Treppensteiger soll darüber hinaus Menschen mit Gehbeeinträchtigungen den Zugang zu den Untersuchungsräumen erleichtern.
Hilfe, die direkt vor Ort ankommt
Die Förderung soll dazu beitragen, die Behandlungskapazitäten des Krankenhauses zu verbessern und damit die medizinische Versorgung der Menschen in der Region. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Partnerschaft zwischen Waldkirch und Korjukiwa. Oberbürgermeister Michael Schmieder erklärt: „Ich freue mich, dass wir Korjukiwa trotz unserer angespannten Haushaltslage helfen können. Die medizinischen Geräte sind wichtig für den Betrieb des Krankenhauses und die medizinische Versorgung der Menschen in der Ukraine.“ Die benötigten Geräte werden bei Unternehmen und Lieferanten in der Ukraine beschafft. Dadurch entfallen aufwendige und kostenintensive Transporte der Geräte von Deutschland in die Ukraine.
Kommunale Partnerschaft als konkrete Unterstützung
Mit dem Förderprojekt zeigt sich die Projektpartnerschaft zwischen Waldkirch und Korjukiwka auch in einer konkreten Unterstützung im Alltag der Menschen. Gerade unter den schwierigen Bedingungen des Krieges trägt die Zusammenarbeit dazu bei, die medizinische Versorgung vor Ort zu erhalten und zu stärken.
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