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Orgelstadt Waldkirch

Seit mehr als 225 Jahren ist Waldkirch ein Zentrum des Orgelbaus. Weltweit werden die mechanischen Musikinstrumente aus der Kandelstadt auch heute noch verkauft. Ob Kirchen- oder Karussellorgeln, Orchesterien oder Drehorgeln - Pfeifen spielen in Waldkirch an allen Ecken und Enden eine große Rolle. Der 2002 eröffnete Orgelbauersaal macht die mechanischen Musikinstrumente einem breiten Publikum zugänglich. Alle drei Jahre feiert Waldkirch seine Orgelgeschichte mit dem Internationalen Klang- und Orgelfestival - das nächste Mal im Juni 2028:
zur Webseite des Klang- & Orgelfestivals.

Drehorgel aus Holz mit kleinen Figuren steht im Elztalmuseum
Bunte Drehorgel, Altobella Furiosa, im Waldkircher Elztalmuseum
Drehorgel auf einem Waggen im Elztalmusem
 
Geschichte des Waldkircher Orgelbaus

Von der Uhr zur Orgel

Den Grundstein für den Orgelbau legten die bekannten Schwarzwälder Uhren, die ab Mitte des 17. Jahrhunderts gebaut werden. Besonders geschätzt sind Uhren mit geschnitzten Figuren und Musikwerken, welche parallel zum Stundenschlag Musik spielen Ihr Verfeinerung bildet den Grundstein für den Orgelbau.

„Made in Waldkirch“: der Beginn des Drehorgelbaus

Zwischen 1864 und 1890 entsteht in Waldkirch eine erfolgreiche Orgelbauindustrie, deren Produkte weltweit exportiert werden und den Begriff „Made in Waldkirch“ prägen. Der Waldkircher Orgelbau ist eng mit Ignaz Blasius Bruder verbunden. 1804 begann Bruder Flötenuhren in Simonswald herzustellen. Ab 1830 baute er Drehorgeln mit Figuren und Tanzkreiseln. Seine Werkstatt entwickelte sich zu einem erfolgreichen Familienunternehmen. Eine weitere wichtige Waldkircher Orgelbau-Firma: Andreas Ruth und Söhne, 1841 gegründet. Ruth spezialisiert sich auf Rückenklavieren mit Figurenbühnen und war ein wichtiger Hersteller von Karussell- und Jahrmarktsorgeln. 

Von Waldkirch in die ganze Welt

In der Blütezeit des Waldkircher Orgelbaus wurden die Instrumente in die ganze Welt verkauft. Mit neuen technischen Entwicklungen und wirtschaftlichen Krisen verlor das Gewerbe im 20. Jahrhundert an Bedeutung. 1938 stellte die Firma Andreas Ruth und Söhne den Betrieb ein. 1941 wurde die letzte Firma der Familie Bruder aus dem Handelsregister gelöscht. Doch auch heute sind noch Orgelbauer in Waldkirch ansässig, die die Tradition des Gewerbes fortführen. Alle drei Jahre feiert Waldkirch dieses mehr als 250-jährige Tradition mit dem Internationalen Klang- und Orgelfestival.

Orgelbauer

Auch heute gibt es in Waldkirch noch vier Orgelbauwerkstätten sowie ein Planungsbüro für Orgelbau.

Orgel-Gruppierungen

Verschiedene Gruppierungen widmen sich in Waldkirch dem Thema Orgel:

  • Waldkircher Drehorgelfreunde: Die Waldkircher Drehorgelfreunde sind ein loser Verbund von Drehorgelspielern, die Konzerte veranstalten, beim Orgelfest auftreten und zum Teil auch bei privaten Festen spielen.
    Kontakt: Bernd Wintermantel, Elzstraße 2, 79183 Waldkirch, 07681 6014
  • Orgel-Förderkreis Waldkirch: Der Orgelförderkreis bündelt die finanziellen Kräfte vieler Unterstützer und fördert aus dem Budget die verschiedenen Institutionen der Waldkircher Orgelwelt bei Reparaturen, Restaurierungen und Käufen.
    Kontakt: Leo Ganter, Rosenweg 9, 79183 Waldkirch, 07681 3681info@orgel-foerderkreis-waldkirch.de
  • Förderkreis Walcker-Orgel St. Margarethen: Der Förderkreis Walcker-Orgel unterstützt finanziell die Restaurierung von Kirchenorgeln in Waldkirch und lädt jährlich zu vier Konzerten an der romantischen Walcker-Orgel in St. Margarethen ein.
    Kontakt: Thomas Bertram, Rosenweg 11a, 79183 Waldkirch, 07681 493 7304
  • Waldkircher Orgelstiftung: Die Waldkircher Orgelstiftung trägt den Orgelbauersaal. Darüber hinaus erforscht sie die Geschichte des Orgelbaus in Waldkirch und dokumentiert diese Arbeit in CDs, Büchern und anderen Publikationen: zur Webseite der Waldkircher Orgelstiftung.
    Kontakt: 07681 93 96, info@waldkircher-orgelstiftung.de.
  • Waldkircher Orgelköche: Die Waldkircher Orgelköche laden in jedem Herbst zu den Orgelschlemmerwochen mit umfangreichem Rahmenprogramm ein.
    Kontakt: Andreas und Michaela Gluminski, Kohlenbacher Hof, 07681 88 28  und Uwe und Gabi Bächle, Restaurant Stadtrainsee, 07681 227 78.
Orgelschlemmerwochen
Mehrer Menschen in Kochschürzen, Dirndel oder weißem Hemd posieren für ein Bild. In der Mitte steht eine Drehorgel.

Es gibt sie nur in Waldkirch: die Orgelschlemmerwochen. Jedes Jahr im Oktober bieten die Waldkircher Orgelköchinnen und -köche ihre mit Spannung erwarteten Orgelteller an, jedes Mal mit einem anderen Thema. Die Restaurants ziehen dabei alle Register, um einen interessanten und vor allem mit heimischen Produkten kreierten Orgelteller oder ein Menü zu zaubern.

Kulinarische Weinwanderung

Fester Bestandteil der Orgelschlemmerwochen ist jedes Jahr die kulinarische Weinwanderung am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit (Feiertag). 

Kirchenorgeln in Waldkirch

Manche Waldkircher Kirche birgt eine sehens- und hörenswerte Orgel. Das gilt insbesondere für die historische Walcker-Orgel in der ehemaligen Stiftskirche St. Margarethen.

  • Stiftskirche St. Margarethen (Waldkirch Kirchplatz): Pfeifenorgel von E.F. Walcker (Ludwigsburg) aus dem Jahr 1869: 26 Register, 2 Manuale. Die romantische Orgel wurde in den 1990er Jahren originalgetreu restauriert und eignet sich hervorragend als Konzertinstrument. Eine Konzertreihe des Förderkreises Walcker-Orgel mit vier Konzerten im Jahr, für die Organisten aus ganz Europa gewonnen werden, trägt dem Rechnung.
  • St. Blasius "Bläsikapelle" (Kollnau): Pfeifenorgel des Waldkircher Orgelbauers Anton Kiene aus dem Jahr 1899: 4 Register, 1 Manual. Die Orgel in der "Bläsikapelle" wurde im Jahr 2011 durch den Waldkircher Orgelbauer Wolfram Stützle, einen Urenkel Anton Kienes, umfassend restauriert.
  • Mariä Heimsuchung (Suggental): Pfeifenorgel des Waldkircher Orgelbauers Rudolf Kiene, Sohn Anton Kienes, aus dem Jahr 1911: 10 Register, 2 Manuale.
  • St. Martin (Siensbach): Pfeifenorgel, vermutlich von Josef Wiedemann (Bamberg), ca. aus dem Jahr 1850: 6 Register, 1 Manual. Diese historische Brüstungsorgel stand bis 1984 als Chororgel in Tauberbischofsheim und wurde nach einer gründlichen Restaurierung 2011 nach Waldkirch geholt.
  • Stadtkapelle Unserer Lieben Frau (Waldkirch Lange Straße): Pfeifenorgel des Waldkircher Orgelbauers Anton Kiene aus dem Jahr 1894: 6 Register, 1 Manual. Die Orgel wurde im Jahr 2010 durch den Waldkircher Orgelbauer Wolfram Stützle, einen Urenkel Anton Kienes, umfassend restauriert und in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
  • Evangelische Stadtkirche (Waldkirch Freie Straße): Pfeifenorgel von Fritz Weigle (Stuttgart) aus dem Jahr 1976: 19 Register, 2 Manuale.
  • St. Josef (Kollnau Hauptstraße): Pfeifenorgel von August Späth (Freiburg) aus dem Jahr 1966: 36 Register, 3 Manuale.
  • St. Pankratius (Buchholz Schwarzwaldstraße): Pfeifenorgel von Franz Winterhalter (Oberharmersbach) aus dem Jahr 1973: 22 Register, 2 Manuale. Fünf Register stammen aus der Vorgänger-Orgel von Anton Kiene. Die Orgel soll im Jahr 2013 restauriert werden.

Stadtverwaltung

Marktplatz 1 - 5
79183 Waldkirch

07681 404-0
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Montag bis Freitag: 8.30 bis 12 Uhr
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