Sie sind hier: Startseite / Brommer, Jäger, Fleck

Dreifache Orgel-Power unter einem Dach: Das Orgelzentrum Waldkirch: Werkgemeinschaft Jäger, Brommer, Fleck

Drei Männer stehen um eine Orgel und blicken in die Kamera.

Wenn eine Orgel erklingt, denken die wenigsten an die Menschen, die hinter ihrem Klang stehen. In Waldkirch arbeiten gleich drei Orgelbauer unter einem Dach daran, dass aus Holz, Metall und Wind Musik wird: Heinz Jäger, Wolfgang Brommer und Stefan Fleck. Im Orgelzentrum am Gewerbekanal 3 direkt neben dem Orgelbauersaal der Waldkircher Orgelstiftungen entstehen „Orgeln für Gott und die Welt“, wie die drei Musikinstrumentenbauer selbst sagen. Kirchenorgeln, Jahrmarktorgeln und restaurierte historische Instrumente gehen an Kundinnen und Kunden auf der ganzen Welt.

Rund 15 Mitarbeitende unterstützen die Werkgemeinschaft bei ihren Projekten. Wer die Werkstatt betritt, entdeckt Holz, Metall, Werkzeuge und überall Einzelteile, aus denen später beeindruckende Musikinstrumente entstehen. Hier wird nicht nur gebaut – hier wird ein Stück Waldkircher Kulturgeschichte bewahrt und weiterentwickelt.

Drei Wege, eine Leidenschaft

Die Begeisterung für Orgeln begann bei allen drei schon früh. Heinz Jäger stammt aus der Waldkircher Familie der Orchestronbauer Geb. Weber. „Ich bin als Pfeife geboren“, sagt er schmunzelnd. Schon als Kind war ihm klar, dass er selbst einmal in diesem Handwerk arbeiten wollte. Wolfgang Brommer wuchs in einer musikalischen Familie auf. Er spielte Klavier und Orgel und begleitete seinen Vater häufig in Kirchen. Dort entdeckte er seine Faszination für die großen Instrumente und entschied sich für den Beruf des Orgelbauers.

Auf einem Tisch liegen verschiedene Holzpfeifen.

Auch Stefan Fleck fand früh zur Welt der Orgeln. Gemeinsam mit seinem Vater reiste er von Köln immer wieder in die Orgelstadt. In Waldkirch besuchte sie den damals einzigen noch tätigen Orgelbauer Carl Frei und die private Orgel-Sammlung von Willi Vanselow. Nach seiner Ausbildung und einer Station in der Schweiz führte ihn sein Weg in die Orgelstadt. Für ihn ist klar: „Hier spielt die Musik, was den Orgelbau angeht.“

Vom Küchentisch zur internationalen Werkstatt

Nachdem sich Heinz Jäger und Wolfgang Brommer in der Ausbildung kennengelernt hatten, gründeten sie 1988 die Meisterwerkstatt „Waldkircher Orgelbau Jäger & Brommer“ als Orgelzentrum. Die erste Orgel bauten die zwei auf Jägers Küchentisch. Das Möbelstück steht heute noch im Pausenraum der Werkstatt und erinnert an die Anfänge. Seitdem ist die Werkstatt stetig gewachsen. Mit Stefan Fleck kam 2026 ein weiterer erfahrener Orgelbauer hinzu, der die Werkgemeinschaft ergänzt und verstärkt.

Die Instrumente des Orgelzentrums sind weltweit gefragt. Viele gehen in die Schweiz und in die Niederlande, manche sogar bis nach Asien oder Amerika. Besonders in Erinnerung geblieben ist Wolfgang Brommer ein Auftrag in Japan. Die Orgel wurde in Einzelteilen nach Tokio verschifft und dort aufgebaut. „Das war wirklich spannend“, erinnert er sich.

In einer Werkstatt liegen viele Schrauben in einem Schubladenschränkchen aus Plastik.

Handwerk mit Verantwortung

Ob Neubau oder Restaurierung – die drei Orgelbauer verfolgen dieselben Grundsätze: höchste Qualität, langlebige Materialien und Respekt vor dem historischen Erbe. Verarbeitet wird vor allem Massivholz aus dem Schwarzwald. Moderne Techniken werden eingesetzt, ohne die traditionelle Handwerkskunst aus den Augen zu verlieren. „Bei historischen Instrumenten geht es darum, den Originalzustand möglichst zu erhalten“, erklärt Heinz Jäger. „Erhalt geht vor Aufwand“, ergänzt Stefan Fleck. „Selbst wenn eine Restaurierung schwieriger ist als ein Neubau, versuchen wir, möglichst viel Originalsubstanz zu bewahren.“

Besondere Instrumente, besondere Geschichten

Im Laufe der Jahre haben die drei Orgelbauer an vielen außergewöhnlichen Projekten gearbeitet. Stefan Fleck erinnert sich besonders an die Restaurierung einer historischen Musikbox, die einst für Napoleon gebaut wurde. „Die Restaurierung war sehr aufwendig, weil das Instrument in einem sehr schlechten Zustand war.“ Heinz Jäger denkt gerne an die Orgel im Kloster Lichtenthal zurück – einen der ersten großen Aufträge des Orgelzentrums. Besonders die Atmosphäre bei der Montage ist ihm bis heute in Erinnerung geblieben. „Das war ein tolles Erlebnis. Das Instrument und die besondere Stimmung im Kloster.“

In einer Werkstatt stehen viele zusammengerollte Pläne

Instrumente fürs Leben

Auch nach Jahrzehnten begeistert die drei die Pfeifen-Orgel noch immer. „Mich fasziniert, dass eine Maschine so wunderschöne Musik hervorbringen kann“, sagt Stefan Fleck. Für Heinz Jäger ist besonders beeindruckend, dass Orgeln Generationen überdauern. Und Wolfgang Brommer ergänzt: „Unsere Orgeln begleiten Menschen bei Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen. Das ist ein großes Privileg.“ Für die Zukunft wünschen sich die drei, dass die Bedeutung des Orgelbaus für Waldkirch lebendig bleibt. Denn die Orgeln, die hier entstehen, sind weit mehr als Instrumente – sie sind klingende Kunstwerke.

Kontakt Orgelzentrum Waldkirch: Werkgemeinschaft Jäger, Brommer, Fleck

Rathaus Waldkirch

Marktplatz 1 - 5
79183 Waldkirch

07681 404-0
postkorb@stadt-waldkirch.de

Allgemeine Öffnungszeiten

Montag bis Freitag: 8.30 bis 12 Uhr
Donnerstag: 14 bis 18 Uhr

Zusätzlich telefonisch erreichbar:
Montag bis Mittwoch: 14 bis 15.30 Uhr

Bürgerservice

Kernstadt

Montag und Dienstag 8 bis 15.30 Uhr
Mittwoch und Freitag 8 bis 12 Uhr
Donnerstag 8 bis 18 Uhr

Kollnau

Mittwoch 8.30 bis 12 Uhr und 14 bis 18 Uhr
Freitag 8.30 bis 12 Uhr

Buchholz

Montag 14 bis 18 Uhr
Dienstag 8.30 bis 12 Uhr

Tourist-Info

Marktplatz 1 - 5
79183 Waldkirch
07681 19433

Montag, Dienstag und Mittwoch 8 bis 15.30 Uhr
Donnerstag 8 bis 18 Uhr
Freitag 8 bis 15.30 Uhr
Samstag 10 bis 12 Uhr