Tüftler aus Leidenschaft: Die Orgelbauwerkstatt von Achim Schneider
Wer Achim Schneider über Orgeln sprechen hört, merkt schnell: Hier arbeitet jemand, der nicht nur Handwerker, sondern auch Tüftler ist. Seit dem Jahr 2000 betreibt er seine eigene Orgelbauwerkstatt in Waldkirch. Nach mehreren Umzügen fand die Werkstatt schließlich ihren Platz in einem Gebäude mit besonderer Geschichte: Im benachbarten Wohnhaus lebte einst Ignaz Bruder, Sohn des ersten Bruder-Orgelbauers, während im Werkstattgebäude die Firma „Ignaz-Bruder-Söhne“ untergebracht war. Ein passender Ort für jemanden, der Tradition und technische Raffinesse miteinander verbindet.
Drehorgeln aus Waldkirch für die ganze Welt
Die Instrumente aus Schneiders Werkstatt sind weit über die Region hinaus gefragt. Viele seiner Drehorgeln bleiben in Deutschland, andere reisen nach Frankreich, Luxemburg, in die Schweiz oder noch weiter. Neben dem Neubau nimmt die Restaurierung historischer Instrumente einen wichtigen Platz in seiner Arbeit ein. Dabei geht es ihm nicht nur darum, eine Orgel wieder spielbar zu machen, sondern ihre Geschichte zu bewahren.
Restaurieren mit Respekt vor dem Original
„Die Restaurierung muss so nah wie möglich am Instrument bleiben“, sagt Schneider. Deshalb verwendet er traditionelle Materialien und Techniken, die bereits beim Bau der Instrumente zum Einsatz kamen. Historische Holzarten, originale Bauteile und alte Fertigungsmethoden werden nach Möglichkeit erhalten. Selbst beim Leim greift er auf traditionelle Verfahren zurück.
Klang trifft Technik
Auch der Neubau von Drehorgeln gehört zu seinen Spezialgebieten. Rund 30 Instrumente hat er im Laufe seiner Karriere gebaut. Etwa 500 Arbeitsstunden stecken in jeder einzelnen Orgel – der Großteil davon reine Handarbeit. Besonders wichtig ist ihm der Klang. „Eine Drehorgel sollte warm klingen“, sagt er. Gleichzeitig tüftelt Schneider ständig an technischen Verbesserungen. Zusätzliche Spielhilfen oder raffinierte Mechaniken gehören ebenso zu seinen Instrumenten wie traditionelle Handwerkskunst.
Vom Zufall zur Berufung
Dass er einmal Orgelbauer werden würde, war ursprünglich gar nicht geplant. Während seines Studiums in Freiburg absolvierte Schneider 1996 im Anschluss an das Internationale Klang- und Orgelfestival ein Praktikum in einer Waldkircher Orgelwerkstatt. Dort entdeckte er seine Begeisterung für mechanische Musikinstrumente. Die Mischung aus Klang, Handwerk und Technik ließ ihn nicht mehr los. Aus dem Praktikum wurde eine Ausbildung – und schließlich der Schritt in die Selbstständigkeit.
Feine Klänge und besondere Herausforderungen
Besonders gern arbeitet Schneider an Flötenuhren. Die kleinen Instrumente begeistern ihn durch ihren feinen Klang und die filigrane Mechanik. Zu den außergewöhnlichsten Neubau-Projekten seiner Laufbahn zählen zwei chromatische Drehorgeln für Auftraggeber in Lübeck und Freiburg. Anders als bei herkömmlichen Drehorgeln stehen hier alle Töne der chromatischen Tonleiter zur Verfügung. Das erweitert die musikalischen Möglichkeiten erheblich und stellt zugleich hohe Anforderungen an Konstruktion und Bau.
Waldkirch als klingendes Gütesiegel
Dass seine Instrumente weltweit gefragt sind, überrascht Schneider nicht. Der Ruf des Waldkircher Orgelbaus reicht weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. „Interessant ist, dass Menschen auf der ganzen Welt den Waldkircher Orgelbau kennen“, sagt er. Für ihn ist die Stadt ein echtes Gütesiegel. Nirgendwo sonst in Deutschland sei die Geschichte des Orgelbaus so präsent wie hier. Die kunstvollen Figuren, die fein spielenden Orchestrien und die handwerkliche Qualität seien Ausdruck einer Tradition, die bis heute weiterlebt. Mit seinen Instrumenten trägt Achim Schneider dazu bei, dass dieses Erbe auch in Zukunft weiterklingt.
Kontakt Dreh- und Jahrmarktorgeln Werkstatt Achim Schneider
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📍 Schillerstraße 28
79183 Waldkirch
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📞 07681 475 589
- zur Webseite der Werkstatt Achim Schneider
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