Von Starkregen spricht man, wenn es in kurzer Zeit und lokal begrenzt intensiv regnet. Der Deutsche Wetterdienst spricht von Starkregen, wenn es in einer Stunde mehr als 15 bis 25 Liter pro Quadratmeter Niederschlag gibt.
Geringe räumliche Ausdehnung
Diese Niederschläge haben in der Regel eine sehr geringe räumliche Ausdehnung. Starkregenereignisse stellen ein schwer zu kalkulierendes Überschwemmungsrisiko dar. Gerade in den Sommermonaten verursacht Starkregen in Verbindung mit heftigen Gewittern oft große Schäden.
Kaum vorhersagbar
Im Gegensatz zu Hochwasser an großen Flüssen sind der genaue Ort und Zeitpunkt eines Regenereignisses kaum vorherzusagen. Daher kann Starkregen für die Betroffenen sehr überraschend auftreten.
Sturzflut in hügeligem Gelände
In hügeligem oder bergigem Gelände fließt das Wasser zum großen Teil außerhalb von Gewässern auf der Geländeoberfläche als Sturzflut ab. Solche Sturzfluten verfügen über hohe Strömungskräfte und können große Mengen an Treibgut wie Holz, Heu- und Silageballen und erodierte Materialien wie Boden oder Geröll mit sich reißen. Dieses Material sammelt sich an Verdolungseinläufen, Verrohrungen, Brücken, Stegen, Zäunen oder Rechen. Durch den Rückstau wird das umliegende Gelände überflutet. Es kann zu weiteren schweren Schäden an Gebäuden und Infrastruktur kommen.
Große Wassermengen
Auch in der Ebene können Starkniederschläge Überflutungen verursachen. Da die großen Wassermengen meistens über den Bemessungsgrenzen der Kanalnetze liegen, können sie weite Flächen schnell unter Wasser setzen. Vor allem die Bebauung und Infrastruktur in den Senken können dabei erheblich geschädigt werden.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung hat einen Leitfaden zum Thema Starkregen zusammengestellt:
zum Leitfaden "Starkregen".
Verhalten bei drohender Überschwemmung
- Keller vorsorglich räumen und nicht mehr betreten
- Türen und Fenster schließen und Abflussleitungen abdichten
- Elektronische Geräte abschalten (Stromschlaggefahr)
- Strom ausschalten (Sicherung raus)
- Haupthähne für Gas und Wasser abdrehen
- Gefährliche Stoffe in Sicherheit bringen
- Auto auf Anhöhen parken
Verhalten bei Starkregen/Hochwasser
- Bewahren Sie Ruhe und bleiben Sie zu Hause oder suchen Sie ein sicheres Gebäude auf. Halten Sie sich nicht in Kellerräumen oder dem Untergeschoss auf.
- Verfolgen Sie die Unwetterwarnungen im Radio, TV oder über Warn-Apps. Bei einem Katastrophenalarm wird bundesweit auch der Cell-Broadcast eingesetzt. Informieren Sie sich zur aktuellen Wetterlage bei verschiedenen Anbietern wie beispielsweise dem DWD.
- Informieren Sie sich bei drohender oder bestehender Gefahr über die offiziellen Kommunikationsmittel der Stadt Waldkirch (z.B. Webseite, Aushänge, Social Media) und nehmen Sie die Handlungsempfehlungen von Behörden ernst.
- Beachten Sie die Sirenentöne und Durchsagen.
- Beachten Sie stets die Anweisungen und Absperrungen von Polizei, Feuerwehr und anderen Rettungskräften.
- Helfen Sie Menschen, die Hilfe benötigen, informieren Sie Ihre Nachbarschaft, lassen Sie Ihre Kinder in der Schule/dem Kindergarten.
- Wählen Sie die Notrufnummer nur bei akuter Gefahr und vermeiden Sie ansonsten möglichst Gespräche über das Mobiltelefon.
- Sollten Sie sich im Freien befinden, halten Sie sich fern von Gewässern und suchen Sie Schutz in einem Gebäude. Meiden Sie bei Gewitter offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten und Antennen, und lehnen Sie sich nicht an Zäune.
- Halten Sie bei Gewitter zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein.
- Vermeiden Sie bei Gewitter die Berührung von Gegenständen mit Metallteilen wie Regenschirmen und Fahrrädern.
- Passen Sie Ihr Fahrverhalten im Straßenverkehr den gegebenen Verhältnissen an (langsames Fahren). Fahren Sie nicht durch überflutete Straßen, hier droht u. U. Gefahr für Leib und Leben und hohe materielle Schäden.
Verhalten nach dem Starkregen/Hochwasser
- Je nach Beschädigung, das Haus erst wieder betreten, wenn es geprüft und freigegeben wurde.
- Achtung: Bei überfluteten Räumen besteht Stromschlaggefahr (beispielsweise, wenn der Hausanschluss im Keller untergebracht ist).
- Falls gefährliche Stoffe ausgetreten sind, wie etwa Heizöl, Benzin, Farben, Lacke, Pflanzenschutzmittel o. Ä., rufen Sie die Feuerwehr.
- Abpumparbeiten erst beginnen, wenn der Grundwasserspiegel wieder gesunken ist.
- Lassen Sie Elektrik und Heizöltanks vor der ersten Benutzung von Fachkräften überprüfen. Andere elektronische Geräte erst wieder in Betrieb nehmen, wenn sie vollkommen trocken sind.
- Trocknen Sie die Räume, um Folgeschäden wie Schimmelbildung zu vermeiden.
- Wenn das Dach stark beschädigt ist, bleiben Sie vom Haus ausreichend weit entfernt.
- Dokumentieren Sie die entstandenen Schäden und setzen Sie sich mit Ihrer Versicherung in Verbindung.