Hi, ich bin Franka, inzwischen 18 Jahre alt, wohne in Kollnau und ab dem kommenden Herbst werde ich nicht mehr in Deutschland sein, sondern an einem ganz anderen Ort auf der Welt…
Wer bin ich und was ich plane
Aber fangen wir doch von vorne an! Im Folgenden will ich Euch von meinen Plänen für das kommende Jahr berichten. Daher zu Anfang vielleicht erst einmal noch mehr zu mir: Mein Abitur vom Geschwister-Scholl-Gymnasium habe ich inzwischen in der Tasche, aber anstatt direkt mit einem Studium (bisher geplant: Maschinenbau) anzufangen, möchte ich das nächste Jahr nutzen, um mehr von der Welt zu sehen. Ich möchte in eine Kultur eintauchen, die anders ist als meine eigene, und verstehen, wie die Menschen dort leben und denken. Um das zu können, glaube ich, muss man sich auf ein Land einlassen, mehr sein als nur ein Gast, länger dort leben und auch mit den Menschen dort arbeiten, um von ihnen zu lernen. Das Land, in das ich gehen werde, ist Ecuador. Da ich selbst Teil eines Blockflöten-Ensembles bin, seit Jahren Klavierstunden an der Musikschule Waldkirch nehme und auch selbst Unterrichtsstunden im Rahmen der Musikalischen Spiele an der Musikschule für Kinder gegeben habe, möchte ich in Ecuador als Freiwillige an einer Musikschule arbeiten.
Über Ecuador
Genau auf dem Äquator liegt ein Land, das die meisten vielleicht am ehesten von der Schokoladenverpackung oder dem Kaffee kennen – Ecuador. Im Vergleich zu seinen südamerikanischen Nachbarn ist Ecuador tatsächlich wirklich eher ein kleines Land. Trotzdem hat Ecuador so einiges zu bieten. Selbst von Wikipedia wird es als eines der geografisch, klimatisch und ethnisch vielfältigsten Länder unserer Welt bezeichnet. Gerade landschaftlich kann man wirklich alles finden: von wunderschönen Pazifikstränden, über die Anden bis zum tropischen Amazonas Regenwald. Nicht zu vergessen die weltweit bekannten Galapagos-Inseln, die auch zu Ecuador gehören. Auch kulturell ist das Land interessant und die antike Kultur der indigenen Bevölkerung wird bis heute noch mit bunten Festen zelebriert. Ecuadors 17 Millionen Einwohnende sprechen Spanisch, aber auch Kichwa und Shuar; als Währung wird der amerikanische US-Dollar verwendet.
Mein Projekt – El Musican Project: Mit Musik ans Ziel!
Mitten im Herzen Ecuadors, in der Hauptstadt Quito, befindet sich eine erst 2017 gegründete private Musikschule mit dem Namen „El Musican Project“. Neben dem Unterricht für etwa 40 Schülerinnen und Schüler bietet sie insbesondere Stipendien für gefährdete und sozial benachteiligte Kinder an, die unter der Armutsgrenze leben und unter Gewalt oder anderen Arten von Vernachlässigung leiden. Durch eine Querfinanzierung schafft es das Projekt, auf jeden fünften Schüler oder Schülerin einen Stipendiaten oder Stipendiatin zu fördern. Unterrichtet werden zwölf verschiedene Instrumente, ebenso wie die Fächer Englisch und Mathematik, die den Kindern in Verbindung mit Musik nahegebracht werden. Meine Aufgabe als Freiwillige ist es, die Lehrkräfte bei den Musikstunden zu unterstützen und bei der Organisation zu helfen. Das Projekt ist Teil des „weltwärts“-Programms und wird über die Entsendeorganisation Open Door International mit Sitz in Köln organisiert.
Auf geht’s!
Letztendlich bin ich unglaublich gespannt und aufgeregt, was mich im kommenden Jahr erwarten wird. Auch wenn so vieles durch Corona erschwert wird, und feste Pläne wieder unsicherer werden, bin ich zuversichtlich, dass ich im September ausreisen werde. Wenn ich darüber nachdenke, ist es schon verrückt, wie mir das jahrelange Musizieren in der Musikschule nun die Möglichkeit gibt, in einem gänzlich fremden Land etwas so Verbindendes wiederzufinden. Auch wenn durch meine Ausreise aus Deutschland die Zeit an der Musikschule Waldkirch enden wird, ist es ja doch eigentlich ein Neubeginn in so vieler Hinsicht. Danke für die ganzen Jahre!