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Die Städtische Musikschule bietet gute Voraussetzungen - Michel Miersch strebt den Tonmeister an

„Das letzte Mal bin ich hier oben gestanden und habe mit jemandem im Duett „Don´t worry – be happy“ gepfiffen. Ich habe nicht mal gesehen, wer das war“, berichtet Michel Miersch.

Er steht dabei am Treppengeländer im obersten Stock des Gisela Sick Bildungshauses vor der Tür der Städtischen Musikschule.

Er hat die Aufnahmeprüfung für ein Studium zum Tonmeister in Detmold bestanden und ist damit einer derjenigen, die sich nach dem Abitur dazu entschieden haben, einen Beruf im Bereich der Musik anzustreben. Vier weitere ehemalige Schüler und Schülerinnen der Musikschule haben in den letzten zwei Jahren ein Studium mit musikalischem Bezug begonnen oder beginnen es in diesem Herbst. Sie alle hatten ein Stipendium der Gisela und Erwin Sick Stiftung erhalten, das begabte Schüler und Schülerinnen der Musikschule finanziell darin unterstützt, vertiefendenden Unterricht wahrzunehmen.

Michel Miersch hatte sich bereits während er noch das Gymnasium besuchte, für die Aufnahmeprüfung angemeldet. Doch er entschied sich dann zunächst dafür, erst einmal etwas Praktisches zu erlernen. Heute sagt er dazu: „Ich habe die Bewerbung für den Studienplatz zurückgezogen und ich glaube das war gut so, denn sonst hätte ich es mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geschafft.“

Er begann dann im September 2015 eine Ausbildung bei der Werkstatt für Orgelbau Jäger und Brommer. Bereits im Verlauf dieser Lehre entstand der Kontakt zur Musikschule. Er nutzte später mit dem M-Tarif die Gelegenheit, die Räume zum Üben auf dem Saxofon und Klavier zu nutzen.  „Das ist in einer WG dann doch schwierig“, sagt er und lacht. 

Wie er darauf kam, etwas mit Musik zu machen? „Meine Familie ist eigentlich gar nicht besonders musikalisch orientiert und ich hatte während der Schulzeit auch viele andere Interessen“, antwortet er. Dennoch hat er früh mit dem Musizieren begonnen, ganz klassisch auf der Blockflöte. Später kam das Klavier dazu, Saxofon spielen hat er sich selbst beigebracht.

Während der Ausbildung wird dann doch wieder der Wunsch wach, sich für das Studium zum Tonmeister zu bewerben. Michel Miersch intensiviert sein Engagement an der Musikschule und kommt mit Vanja Kourti-Papamoustou, die unter anderem Komposition unterrichtet, in Kontakt.

„Mir ist nicht bekannt, dass es an anderen Musikschulen die Möglichkeit gibt, Musiktheorie als Hauptfach zu nehmen. Das ist super für alle, die später professionell etwas mit Musik machen möchten“, bemerkt Michel Miersch.

Begeistert ist er aber auch von der offenen Atmosphäre im ganzen Haus. „Man ist ständig in Kontakt mit anderen Musikern und trifft sich dann auch beim Mittagessen in der Mensa. Dazu kommt, dass Stefan Goeritz immer wieder aktiv Musiker zusammenbringt. Man kommt nicht nur einfach in die Stunde und geht dann wieder heim. Da ist das Umfeld ideal, sich als Musiker zu entwickeln.“, betont er.Um sich ganz auf die anspruchsvolle Prüfung konzentrieren zu können, arbeitet er ab Februar 2020 nur noch eine Woche pro Monat. Neben Musiktheorie und Gehörbildung ist Wissen in Musikgeschichte gefragt. „Das war vielleicht schon das, bei dem ich den größten Nachholbedarf habe“, sagt er.

Was ist denn nach der Ausbildung die Aufgabe des Tonmeisters? „Das ist der besondere Reiz dieses Berufs. Ich bin dann beispielsweise dafür zuständig, dass das Konzert eines Orchesters, Musik für einen Film oder von einer Band nach einer Aufnahme beim Abspielen auch so klingt, wie sich das der Dirigent beziehungsweise Musiker vorstellt. Da ist gleichzeitig der künstlerische genauso wie der technische Hintergrund wichtig. Man lernt Technik mit dem Ziel, eine künstlerische Entscheidung treffen zu können.“

Die Aufnahmeprüfung hat er erfolgreich gemeistert, er ist sich aber auch sicher, dass es direkt nach dem Abitur nicht funktioniert hätte. „Von den acht Plätzen, die es für den Tonmeister jedes Jahr gibt, wurden in diesem nur fünf vergeben. Das bedeutet, dass ich nur noch mit vier weiteren Kommilitonen und dem Professor zusammen lernen kann. Das ist schon toll“, erzählt er.

Musikschulleiter Stefan Goeritz freut sich über den Erfolg von Michel Miersch und erzählt: „Es gibt ja auch noch andere Berufe mit Musikbezug, die man anstreben kann. Natalie Weinmann, Manuel Österle und Pia Schuler haben beispielsweise ein Studium mit Musikbezug an der Pädagogischen Hochschule begonnen und möchten später unterrichten. Sonderschulpädagogik mit dem Schwerpunkt Musik studiert Marie Lorenz und es zeichnet sich auch schon jetzt für das nächste Jahr ab, dass weitere Musikschüler ein Studium in diesem Bereich anstreben.“

Info: Seit dem September 2017 befindet sich die Städtische Musikschule im Gisela Sick Bildungshaus. Schüler und Schülerinnen schnuppern hier ganz von Anfang an in die Welt der Musik hinein. Nach Musikgarten und musikalischer Früherziehung erlernen hier derzeit 735 Kinder und Jugendliche ein Instrument oder haben Unterricht im Singen und Komponieren. Seit 2019 als „Musiklernhaus“ ausgerichtet, bietet das Konzept noch einmal mehr Gelegenheit, zu experimentieren, gemeinsam zu musizieren und das Lernen selbst zu steuern. 

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