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Feierliche Enthüllung der Paul-Mauk-Gedenktafel

Rechts: Fritz Mauk, von links: Landtagsabgeordneter Alexander Schoch, Bundestagsabgeordnete Johannes Fechner und Peter Weiß, OB Roman Götzmann

Während einer Feierstunde wurde an der Schwarzenbergschule eine Gedenktafel für Paul Mauk enthüllt. 

Paul Mauk meldete sich nach Beginn des Ersten Weltkriegs als Kriegsfreiwilliger und starb am 7. Juni 1915 in Nordfrankreich, wenige Wochen vor seinem 15. Geburtstag. Die Nationalsozialisten nutzten dieses Schicksal, sie missbrauchten das „Sterben für Deutschland“ des jüngsten Kriegsgefallenen im Ersten Weltkrieg für ihre Propaganda – wenige Wochen vor Beginn des Zweiten Weltkriegs und benannten sie die heutige Schwarzenbergschule nach Paul Mauk.

Der Waldkircher Gemeinderat beschloss 1946 die Rückbenennung der Schule in „Volksschule Waldkirch“. Zur Erinnerung an die Vögte von Schwarzenberg, die im Jahr 1300 das Stadtrecht an Waldkirch verliehen hatten erhielt die Schule im Jahr 1968 den Namen „Schwarzenbergschule“.

Zunächst begrüßte Oberbürgermeister Roman Götzmann die Gäste, darunter Fritz Mauk, auf dessen Initiative die Gedenktafel zurückgeht. „Paul Mauk – ein junger Mensch als Held missbraucht und instrumentalisiert, um andere mental auf „Krieg“ vorzubereiten. Ein Thema, das sich nur sinnvoll vermitteln lässt, wenn man die komplexen Zusammenhänge der Weltkriege und des Nationalsozialismus kennt“, bemerkte Roman Götzmann. Die Tafel solle aber nicht nur die Kinder der Schwarzenbergschule zum Nach- und Weiterfragen anregen, sondern alle Bürger und Bürgerinnen.

Fritz Mauk habe bereits 1960 auf Paul Mauk aufmerksam gemacht, Bewegung kam 2015 bei einer großen Podiumsdiskussion „Gedenkkultur in Waldkirch – Paul Mauk“ in die Sache. So habe Fritz Mauk unermüdlich die Trommel für eine erinnernde Mahnung gerührt, bis jetzt die Gedenktafel enthüllt werden konnte.

Der Rektor der Schwarzenbergschule, Rainer Urschel, betonte: „Die Enthüllung einer solchen Gedenktafel ist nicht alltäglich, aber wichtig im Schulalltag.“ Sie diene der Reflexion der Vergangenheit und dazu, die Verantwortung für die Zukunft bewusst zu machen. „Als Grundschule wird das in einer altersgemäßen Aufarbeitung geschehen“, bemerkte Urschel.

Fritz Mauk zeigte sich bewegt und richtete seinen Dank im Namen der Familie Mauk aus. 1906 war Paul Mauk auf der heutigen Schwarzenbergschule eingeschult worden. Seine sieben Geschwister gingen ebenfalls hier auf die Schule. Für Paul Mauk war sein Vater, der sich als Soldat verpflichtete und in der Karlskaserne am heutigen Europaplatz in Freiburg diente, ein Vorbild. Auch sein großer Bruder wurde Soldat. „Das hatte sicher Einfluss auf Paul“, so Fritz Mauk.

Dennoch ist es ihm unverständlich, wie zum einen die Eltern einen Minderjährigen in den Krieg ziehen lassen konnten, aber auch, dass es überhaupt dazu kam, denn damals waren Minderjährige im Militärdienst gar nicht erlaubt. „Noch heute kann man sich ab 17 Jahren freiwillig melden“, zeigte Fritz Mauk als pensionierter Offizier wenig Verständnis genauso wie für Praktika für Schüler beim Militär. „Ich rufe alle Eltern, Großeltern und Paten dazu auf, behüten Sie Ihre Kinder, Enkel“, appellierte er zum Schluss an alle Anwesenden.
 

(Erstellt am 07. Oktober 2019)

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