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BEWUSSTSEINSBILDUNG & ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

EUROPÄISCHER PROTESTTAG ZUR GLEICHSTELLUNG VON MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Auf die Situation von Menschen mit Behinderung in Deutschland aufmerksam machen und zu sensibilisieren: Das ist das Ziel des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Die Aktion Mensch hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Engagement rund um den 5. Mai zu bündeln. Beim diesjährigen Aktionstag unter dem Motto "Inklusion von Anfang an" sollen vor allem auch Kinder und Jugendliche erreicht werden.

„Was heißt hier behindert? Erfahren durch erleben“ so der Titel des Aktionsangebotes der Inklusionsbeauftragten der Städte Waldkirch und Emmendingen, Regina Fuchs und Johannes Baur, und des Behindertenbeauftragten des Landkreises Bruno Stratz an die örtlichen Schulen. In Emmendingen und Waldkirch konnten Schülerinnen und Schüler für ein paar Stunden in eine andere Rolle schlüpfen und aus erster Hand erfahren, was ein Leben mit Behinderung bedeutet. Drehen, rückwärtsfahren, Schwellen überfahren – es ist gar nicht so einfach, einen Rollstuhl zu bedienen. Plötzlich stellt ein Absatz von zwei Zentimetern ein Problem dar. Mit Blindenstock den Weg zu ertasten, ist eine weitere Herausforderung. Hier der Erfahrungsbericht einiger Schülerinnen der achten Klasse des Geschwister Scholl Gymnasiums:

Am Dienstag, 24. April 2018, durften wir, die Klasse 8d des Geschwister Scholl Gymnasiums, an dem Inklusionsprojekt teilnehmen. Zu Beginn trafen wir uns an der Schlettstadtallee, wo uns Esther Weber und Bruno Stratz bereits erwarteten. Beide sind Behindertenbeauftragte des Landkreis Emmendingen und setzen sich für Menschen mit Behinderung ein. Die Beiden gaben uns einen Einblick in Ihr Leben als Rollstuhlfahrer. Dann kam auch schon Holger Kranz, der Rollstuhltrainer ist. Und schon konnten wir mit den mitgebrachten Rollstühlen üben. Das war jedoch gar nicht so einfach, wie wir dachten. Und auch das Laufen mit verbundenen Augen und Blindenstock war schwerer als gedacht. Nach dem Üben ging es dann auch schon in die Stadt.  Jede Gruppe bekam ein Geschäft zu geteilt, in dem wir die Barrierefreiheit überprüfen sollten. Dabei ist vielen aufgefallen, dass die Gänge in den Läden oft sehr eng und die Türen sehr schwer zu öffnen sind. Jeder hat verschiedene Erfahrungen gemacht und vor allem das Fahren auf dem Kopfsteinpflaster war für viele eine Herausforderung. Zum Schluss haben wir uns dann im Rathaus versammelt und tauschten unsere Eindrücke aus. Dazu aßen wir Butterbrezeln, welche uns Regina Fuchs spendierte, die das Projekt organisiert und erst möglich gemacht hat. Insgesamt war der Tag spannend, lehrreich und sehr eindrucksvoll.

Emilia, Alina, Sirin

WALDKIRCH WIRD „BARRIEREFREIE GEMEINDE IN BADEN-WÜRTTEMBERG“

Die Stadt Waldkirch hat sich am landesweiten Wettbewerb „Barrierefreie Gemeinde in Baden Württemberg“ beteiligt und hat im November 2017 als eine von zwölf Gemeinden eine Auszeichnung erhalten. Eine Delegation  aus Mitgliedern des Gemeinderates, des Beirats für Menschen mit Behinderung und Vertreterinnen der Stadt Waldkirch, machte sich auf den Weg nach Stuttgart, um die Auszeichnung aus den Händen von Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha entgegenzunehmen. 

Die nun offiziellen "Barrierefreie Gemeinden in Baden-Württemberg" gelten als gute Beispiele für gelingende Inklusion vor Ort. Waldkirch wurde in der Kategorie 20.001 und 50.000 Einwohner prämiert. Besonders hervorgehoben wurden das neue Freibad, die Toilette für alle, aber auch die Datenbank "Waldkirch barrierefrei" und die in "Einfacher Sprache" verfügbaren Informationen auf der städtischen Internetseite.

Der Wettbewerb wurde das vierte Mal vom Landesverband für Menschen mit Körper- und Mehrfachbehinderung Baden-Württemberg e.V. ausgerichtet. Schirmherr des Wettbewerbs ist Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

INTERNATIONALER TAG DER MENSCHEN MIT BEHINDERUNG

Anlässlich des Internationalen Tags der Menschen mit Behinderung lud die städtische Inklusionsbeauftragte Regina Fuchs zum Inklusionsfrühstück ein. In kleiner Runde diskutierten die Eingeladenen über Perspektiven und Stolpersteine behinderter Menschen auf dem Arbeitsmarkt. Generell, so stellt Frank Dehring, Geschäftsführer der Wabe fest, gibt es zu wenig Alternativen zwischen erstem Arbeitsmarkt und Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM). Ein Stolperstein sind die herkömmlichen Vorstellungen des Arbeitsumfeldes. Würden die Fähigkeiten eines Beschäftigten mehr im Vordergrund stehen, ließen sich alternative Arbeitsmodelle gestalten.

Dem kann auch Jutta Bauchinger von der Handwerkskammer Freiburg zustimmen. Nicht alle können stundenlang durcharbeiten, manche brauchen krankheitsbedingt immer wieder Ruhepausen. Das heißt aber nicht, dass ihre Leistung schlechter ist als die nichtbehinderter Kolleginnen und Kollegen. Generell, so sind sich alle einig, müsse der Gedanke, dass Menschen mit Behinderung weniger Leistung  bringen, überdacht werden. Man könne ja nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass nichtbehinderte Beschäftigte die erwartete volle Leistung bringen.

Die Schwerbehindertenvertretungen (SBV) der Sick AG und der August Faller GmbH Co. KG, Hubert Binninger und Ute Rehm-Schmid, unterstrichen wie eine SBV innerbetrieblich die Haltung und Einstellung Menschen mit Behinderung gegenüber positiv beeinflussen kann. Auch Begegnungen mit behinderten Personen sind wichtig, um bestehende Barrieren abzubauen. Regina Fuchs berichtet von guten Erfahrungen der Stadt Waldkirch mit Praktikantinnen und Praktikanten mit Behinderung. Abschließend wird festgehalten, dass gegenseitiger respektvoller Umgang ein Grundpfeiler sein muss: Im Fokus steht der Mensch mit seinen Kompetenzen und nicht eine Behinderung.

ERSTE SITZUNG DES SCHWERBEHINDERTENVERTRETUNGS-NETZWERKES (SBV-NETZWERK) UND NAMENSGEBUNG

Am Montag, 10. Juli 2017, fand die erste Sitzung des im März gegründeten SBV-Netzwerkes statt. Im Besucherzentrum der SICK AG trafen sich SBV-Vertreterinnen und -Vertreter verschiedener Betriebe. Dank der Presseberichte zur Gründung des Netzwerks wurden weitere Firmen darauf aufmerksam und meldeten sich zur Sitzung an. Im Verlauf der Sitzung wurde deutlich, dass ein Forum zum Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung für alle Beteiligten von großer Bedeutung ist.


Als weiterer Punkt auf der Agenda stand die Namensgebung für das Netzwerk. Aus mehreren Vorschlägen fiel die Wahl einstimmig auf SNEF (Schwerbehinderten-Netzwerk Emmendingen Freiburg). Im Moment wird noch an einem Logo gearbeitet. Die zweite Sitzung von SNEF wird im November dieses Jahres bei der August Faller GmbH und CO. KG stattfinden. Das Netzwerk steht Schwerbehinderten-vertretungen aus den Landkreisen Emmendingen und Freiburg offen.

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