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Der Europabrunnen sprudelt wieder

Anlässlich der Gründung der Städtepartnerschaft zwischen Sélestat und Waldkirch im Jahr 1966 wurde der Europabrunnen, der in der Schlettstadtallee steht, in Auftrag gegeben.

Heute ist der Springbrunnen, der von Bildhauer Hubert Bernhard aus einem Kaiser-Wilhelm-Denkmal geschaffen wurde, Sinnbild für die Städtepartnerschaften Waldkirchs.

„Eine Weile ist an diesem Brunnen hier kein Tropfen Wasser mehr geflossen. Der Stein stand reglos und brach da - wie in einem Dämmerschlaf. Da konnte man sich schon die Frage stellen: Liegt der Gedanke eines geeinten Europas vielleicht genauso im Dämmerschlaf?“, sagte Oberbürgermeister Michael Schmieder bei der Wiedereröffnung des Europabrunnens nach dessen Instandsetzung.

Bei der Sanierung wurde die Technik des Wasserspiels rundum erneuert. Die bisherige Pumpe wurde durch einen großen vorgelagerten Wassertank samt Filteranlage ersetzt und auch die Stromleitungen wurden erneuert.
„Die Kosten haben sich auf rund 20.000 Euro belaufen. Jetzt strömt das Wasser wieder – nach verschiedenen Richtungen zwar - aber doch mündend und sich findend in dem großen Becken europäischer Einheit, dessen Wasser ihre Basis umflutend beschützt“ – so hat es der Künstler Hubert Bernhard selbst einmal in einem Brief beschrieben. In diesem Sinne dient der heutige Tag als wirksame Erinnerung daran, nicht nur den Brunnen, sondern auch unsere gesamte Partnerschaft in „Fluss“ zu halten“, führte Michael Schmieder aus.

Er ging darauf ein, dass es die Begegnungen wie der Auftritt von Schülerinnen und Schülern aus Sélestat beim Singenden Weihnachtsbaum, die gemeinsame Feier des Sprachenfests oder das Treffen von Grundschule-Kindern im Zeichen des Sportes im Juni seien, die die Städtepartnerschaft „im Fluss“ hielten. „Unsere Jüngsten erfahren so, dass grenzenlose Aktivitäten Spaß machen“, so Schmieder. Weitere Gemeinsamkeiten gebe es mit den anderen Partnerstädten beispielsweise bei der Fastnacht in Liestal oder der Liebe zur Musik in Worthing.

„Besonders herzlich möchte ich an dieser Stelle allen Menschen in unseren Partnerschaftsvereinen und Freundeskreisen danken, die sich schon viele Jahre engagieren und mit ihrem Einsatz vielfältige Aktivitäten zwischen den Partnerstädten ermöglichen. Wie wir alle wissen, sind Städtepartnerschaften kein Selbstläufer. Städtepartnerschaften brauchen Persönlichkeiten, die sie auf den Weg bringen und vorantreiben. In diesem Sinne hoffen wir, dass wir auch in Zukunft Menschen finden, die sich hier engagieren“, wandte sich Schmieder an die anwesenden ehrenamtlich Aktiven.

Im Anschluss stellte er das Projekt „Sprechende Bänke“ vor: „Besondere Persönlichkeiten aus unserer Stadt erzählen aus ihrem Blickwinkel von ihrem „Herzensthema“. Die erste Bank der sprechenden Art steht hier am Europabrunnen und hält - wie könnte es anders sein - einen Text zum Thema „Städtepartnerschaft“ bereit.“

Der Text von Hildegard Neulen-Hüttemann beinhalte so Schmieder, den folgenden Satz: „Eine Städtepartnerschaft lebt nur durch die Menschen, die sie tragen, die sie mitgestalten, mit neuen Ideen bereichern und damit verändern und zukunftsfähig machen. Bringen Sie Ihre Wünsche und Ideen ein! Gestalten Sie unsere gemeinsame Zukunft Europa an der Basis doch einfach mit! Dem ist nichts mehr hinzuzufügen“, betonte OB Schmieder. Er dankte Hildegard Neulen-Hüttemann für die von ihr gespendete Bank, die nun am Europabrunnen die Gelegenheit bietet, im Schatten dem Plätschern des Brunnens zu lauschen.

Beim Ausruhen auf einer Parkbank an der Kneipp-Anlage am Stadtrain kann man demnächst Altbürgermeister Hugo Eisele hören. Er spricht darüber, was es aus seiner Sicht heißt, Bürger in Waldkirch zu sein. Auf einer weiteren der Bänke vor dem Rathaus erläutert bald Oberbürgermeister Michael Schmieder, was es mit dem Leitbild der Stadt Waldkirch auf sich hat.
 
Ehrenbürger und Oberbürgermeister a.D. Richard Leibinger betonte, dass er als er von dem Vorhaben, im Brunnen Blumen zu pflanzen gehört habe, sofort aktiv geworden sei. Er sagte: „Es handelt sich dabei um ein ehemaliges Kriegerdenkmal.“  Es habe deshalb eine große symbolische Bedeutung ihn sanieren zu lassen. Im Anschluss übergab er zwei Bilder von Toni Ungerer an Michael Schmieder.
 
Der Bürgermeister Sélestats, Marcel Bauer, betonte: „Wir sind mit großer Freude nach Waldkirch gekommen, um den Brunnen weiter sprudeln zu sehen.“ 2026 feiere man bereits 60 Jahre der Verschwisterung: „Das Wasser aus dem Brunnen fließt in die Elz und diese in den Rhein. Das Wasser aus Schlettstadt fließt auch in den Rhein und dort vermischen sie sich und begeben sich zusammen bis zur Nordsee.“ Gemeinsam habe man dieses Jahr bereits das Zweisprachenfest und die Sportwoche mit Klassen aus Waldkirch gefeiert und in der letzten Woche habe eine Klasse aus Schlettstadt Waldkirch besucht. „Es ist wichtig, dass sich die Kinder so treffen. Deshalb werden wir daran arbeiten, dass das so bleibt“, schloss Bauer.
 
Ralph Bernhard, dessen Vater den Europabrunnen geschaffen hat, berichtete: „Hubert Bernhard war in Frankreich im Krieg und lag dort lange im Lazarett, da hat er die Franzosen gut kennen gelernt. Deshalb war ihm die Verschwisterung von Schlettstadt und Waldkirch auch so wichtig.“ Das Denkmal aus dem der Brunnen geschaffen wurde, war anlässlich des Siegs der Deutschen im Deutsch-Französischen Krieg 1870/1871 aufgestellt worden. Hubert Bernhard habe den Sockel auf den Kopf gestellt und damit symbolisch auch die Erzfeindschaft mit Frankreich. Er richtete seinen Dank an die Fraktionen im Gemeinderat, die der Bitte keine Blumen anzupflanzen, sondern das Wasser wieder laufen zu lassen, nachgekommen seien. Der Reichsadler, der am alten Denkmal angebracht gewesen sei übergebe er nun als Dank an das Elztalmuseum.
 
Die Vorsitzende des Partnerschaftsvereins Worthing, Barbara Schindelhauer, betonte: „Der Rhein fließt in die Nordsee und reicht deshalb auch bis nach Großbritannien.“ Jedes Jahr kämen 60 Schülerinnen und Schüler ins Elztal. „Es entsteht ganz viel Begegnung, sodass sich auch diese Generation kennt und mag.“
 
Beim anschließenden Sektempfang tauschte man sich bei strahlendem Wetter aus und ließ den Nachmittag zusammen ausklingen.

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