Deutsch
Sie sind hier: Startseite / Bürgerinformation zur Offenlage des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Inried"

Bürgerinformation zur Offenlage des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Inried"

Die Stadt Waldkirch informierte die Bürger und Bürgerinnen über den Stand des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Inried".

Die gesamte Präsentation steht unter dem folgenden Link als PDF zur Verfügung: Gewerbegebiet Inried Bürgerinformation (10,3 MB)

Stadtplaner Sören Radigk stellte in der Präsentation zum Sachstand Bebauungsplanverfahren „Gewerbegebiet Inried“ zunächst die wesentlichen und häufig genannten Stellungnahmen der Frühzeitigen Beteiligung vor.

Die vollständigen Stellungnahmen der Frühzeitigen Beteiligung und die entsprechenden Abwägungsentscheidungen des Gemeinderats können unter dem folgenden Link eingesehen werden: Abwägung der eingegangenen Stellungnahmen aus der Frühzeitigen Beteiligung

In den Stellungnahmen wurde häufig gefordert, das Inried als Wohnbaufläche zu erhalten. Dem entgegnete Sören Radigk, dass für Waldkirch ein Regionalplan gilt, der ein verbindliches Planungsinstrument ist. In diesem Regionalplan ist Waldkirch als Siedlungsschwerpunkt "Gewerbe" vermerkt, der zudem an einer Landesentwicklungsachse liegt. Derzeit stehen in Waldkirch im Gegensatz zum Wohnungsbau keine tatsächlich entwickelbaren Flächen für Gewerbe zur Verfügung. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans kommt die Stadt Waldkirch ihrer Pflicht nach, Gewerbeflächen bereitzustellen.

Im Vergleich zur oft geforderten alternativen Fläche „Neumatte", zeigt eine Draufsicht auf den Flächennutzungsplan, dass der Bereich „Neumatte" deutlich näher und umfangreicher an Wohnbebauungen heranreicht als das Inried. In der Folge wären neben der Hochwasserproblematik und den ungünstigen Eigentumsverhältnissen erhebliche Immissionsschutzkonflikte zu erwarten. Bereits jetzt ist das Inried von gewerblichen Nutzungen oder langfristig für Gewerbe vorgesehenen Flächen umschlossen, sodass hier umgekehrt eine Wohnbebauung nicht sinnvoll ist. Weiter begünstigt wird diese Entwicklung durch den sehr nahen Bundesstraßenanschluss des Inrieds.

Weitere Einwendungen waren, dass durch die Hochregallager mit 30 m das Landschaftsbild und Blickbeziehungen und außerdem das Mikroklima gestört würden. Deshalb seien Flach- oder Tiefregallager wünschenswert. Die erlaubte Höhe wurde inzwischen auf 24 Meter reduziert. Flach- oder Tiefregallager zu bauen, ist nicht ressourcenschonend, da in die Fläche gegangen werden muss.

Der Einwand, das Mikroklima werde beeinflusst, wurde untersucht. Das Ergebnis ist im Umweltbericht, der unter dem folgenden Link zur Verfügung steht: Umweltbericht mit integriertem Grünordnungsplan unter Punkt 4.3.5 Schutzgut „Luft / Klima“ einsehbar und wird als nicht signifikant eingeordnet.

Die Stellungnahme zum Lokalklima ist unter dem folgenden Link abrufbar: Stellungnahme Lokalklima

Die Einbeziehung der Kleingartenanlage war aus planerischer Sicht nicht erforderlich. Sie soll erhalten bleiben. Dies wurde auf Ebene des Flächennutzungsplans klargestellt.  
Im Weiteren stellte Radigk die Einwände von Behörden und Trägern öffentlicher Belange vor.

Eine Gesamtzusammenstellung der Stellungnahmen von Behörden und Trägern öffentlicher Belange ist unter dem folgenden Link abrufbar: Stellungnahmen Behörden und Träger öffentlicher Belange

Anhand von Lageplänen und Perspektiven, die verschiedene Bereiche näher beleuchteten, konnten sich die Anwesenden ein umfassendes Bild der geplanten Maßnahme verschaffen. Eine großflächige Versickerungs- bzw. Verdunstungsanlage und ein Regenrückhaltebecken werden für die Entwässerung angelegt. Wasser im Regenrückhaltebecken wird gezielt und von der Menge her begrenzt über Kanäle in den Gewerbekanal eingeleitet. Die Versickerungsanlage hat zusätzlich einen Überlauf.

Zur Ein- und Durchgrünung des Gewerbegebiets werden umfassende grünordnerische Maßnahmen vorgesehen. Zusätzlich muss pro 800 m² ein Baum gepflanzt werden, in diesem Fall 69 Stück. Rund um das Gebiet müssen Fuß- und Radwege angelegt werden. Diese sollen auch zur Entlastung des Verkehrs beitragen und die Attraktivität des Fahrrads steigern.

Im Anschluss an den Vortrag konnten sich die Bürgerinnen und Bürger äußern. So wurde beispielsweise gefragt, was passiert, wenn einer der Besitzer sein Grundstück nicht verkaufen wolle und ob dann enteignet werde. „Hierfür wird parallel ein gesetzliches Umlegungsverfahren durchlaufen. Jeder Eigentümer, der nicht verkaufsbereit ist, erhält am Ende ein Gewerbegrundstück im Inried. Eine Enteignung findet selbstverständlich nicht statt“, so Radigk.

Wie die Anwohner im Schmelzofen vor dem Lärm geschützt werden sollen, fragte eine Bürgerin. Auf Seite 22 der Schalltechnischen Untersuchung wird darauf verwiesen, dass bei der Planung eines Gewerbegebiets ohne Einschränkungen der Gewerbelärm die Werte überschreiten könne. Deshalb werde eine Ausweisung eines eigeschränkten Gewerbegebiets empfohlen. Dieser Empfehlung folgt der Bebauungsplan. Im Baugenehmigungsverfahren ist nachzuweisen, dass die Betriebe die umliegenden Wohnbebauungen nicht stören. „In der Gesamtbetrachtung führt die geplante Bebauung zu einer unerheblichen und geringen Beeinträchtigung des Schutzgutes Mensch“, ist die abschließende Bewertung im Umweltbericht.

Ein weiteres Problem sei die Unterführung unter der Bahntrasse im Bereich Schmelzofen. Die Anwohner befürchten dort noch mehr Verkehr. Eine mögliche Verbreiterung der Durchfahrt sei bereits vor längerer Zeit durch die Stadt bei der Bahn angefragt, von dieser Stelle aber abgelehnt worden. Auch in der Vergangenheit durchgeführte Verkehrskontrollen haben nicht dazu beigetragen, dass sich insbesondere Autofahrer und -fahrerinnen durchgehend an die dort geltenden Verkehrsvorschriften halten. Eine signifikante Verkehrszunahme durch das Gewerbegebiet Inried sei im Schmelzofen jedoch nicht zu erwarten.

Sören Radigk teilte zum Abschluss mit, dass der Gemeinderat im Herbst über die eingegangenen Anregungen und Bedenken aus der noch bis zum 16. August laufenden Offenlage befinden wird. Die Abwägungsergebnisse der Einwände werden voraussichtlich im Frühjahr per Post zugestellt.

Stadtverwaltung

Marktplatz 1 - 5
79183 Waldkirch
Telefon 07681 404-0
Fax 07681 404-179

postkorb@stadt-waldkirch.de

Der Eingang von Zuschriften an den zentralen Postkorb kann nicht bestätigt werden. 

Besuchen Sie die Stadt Waldkirch auch auf facebook