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Inklusion in Waldkirch - Bewusstsein zählt

Inklusion bedeutet, allen Menschen die Möglichkeit zu geben, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Obwohl sich der inklusive Ansatz eigentlich auf die Gesellschaft als Ganzes bezieht und alle sozialen Gruppen umfasst, wird der Terminus Inklusion vor allem in Bezug auf Menschen mit Behinderungen benutzt. Häufig ist hier auch von der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) die Rede. Diese Konvention wurde 2006 von der UN verabschiedet – eine Maßnahme, um der weltweiten Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit Behinderungen entgegen zu wirken.

Nachdem Deutschland die Konvention 2009 unterzeichnet hat, ist die Umsetzung der Inhalte verpflichtend. Neben Bund und Länder sind auch die Kommunen bei der Gestaltung des Umsetzungsprozesses gefragt. So hat sich Waldkirch 2012 auf den Weg gemacht, eine inklusive Kommune zu werden. Dieses Ansinnen wird seitens der Stadt als auch der Bürgerschaft ernst genommen. Ein Aktionsplan zur kommunalen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention wurde erarbeitet, der 2015 vom Gemeinderat beschlossen wurde.

Jährlich wird ein Bericht erstellt, der über die Veränderungen und Fortschritte berichtet, jedoch nicht ohne auch einen kritischen Blick auf die Situation zu werfen. Im diesjährigen Bericht zum Aktionsplan wurde resümiert, dass inklusives Handeln inklusives Denken voraussetzt. Damit bestehende Ausschlussmechanismen nicht mehr reproduziert werden, müssen diskriminierende Handlungsmuster und Strukturen erkannt und verändert werden.


Zwar vermögen Gesetze und Vorschriften dazu einen gewissen Beitrag zu leisten, mindestens ebenso wichtig ist aber das Verständnis und Bewusstsein für die Situation von Menschen mit Behinderungen. Kurz gefasst: Nur wer inklusiv denkt kann auch inklusiv handeln.

Beirat für Menschen mit Behinderungen

Getragen wird das Thema auch vom unabhängigen Beirat für Menschen mit Behinderung, der sich als zuverlässige Anlaufstelle etabliert hat und sich für die Rechte von Menschen mit Behinderungen einsetzt.

Aktionsplan für kommunale Inklusion

Als Instrument zur Begleitung des Umsetzungsprozesses der UN-Behindertenrechts-konvention wählte die Stadt Waldkirch den Aktionsplan. Da Aktionspläne davon leben, regelmäßig überarbeitet und fortgeschrieben zu werden, wird jedes Jahr ein Monitoring- und Fortschreibungsbericht verfasst. Dieser enthält nicht nur einen aktualisierten Maßnahmenkatalog, sondern informiert auch über aktuelle Diskussionen, Trends und Fortschritte.

Bewusstseinsbildung & Öffentlichkeitsarbeit

Festveranstaltung: „10 Jahre UN-Behindertenrechtskonvention: Inklusive Gesellschaft – wann sind wir endlich da?“ 14.02. 2019

Vor 10 Jahren trat die UN-Behinderten-Rechts-Konvention, die die Rechte von Menschen mit Behinderung weltweit definiert, in Deutschland in Kraft. Zu diesem Anlass fand am 14. Februar in der Steinhalle Emmendingen die Festveranstaltung „Inklusive Gesellschaft – wann sind wir endlich da?“ statt, organisiert durch die Inklusionsbeauftragte der Stadt Waldkirch, Regina Fuchs, den Behindertenbeauftragten des Landkreises Bruno Stratz und Esther Weber, der Leiterin der Geschäftsstelle des Behindertenbeauftragen, sowie dem Senioren- und Inklusionsbeauftragten der Stadt Emmendingen, Johannes Baur.

Raúl Krauthausen, der als Autor, TV-Moderator und Inklusions-Aktivist unterwegs ist, begeisterte in seinem unterhaltsamen, inspirierenden, aber auch herausfordernd ehrlichen Vortrag die fast 400 Besucherinnen und Besucher mit seinen Gedanken zur Inklusion. Mit vielen Geschichten aus dem Alltag unterstrich er, dass die inklusive Gesellschaft nicht irgendwann „da sei“, sondern immer ein Prozess bleibe, an dem man arbeiten müsse. Bewegend und beeindruckend waren die Statements von fünf Menschen mit Behinderung aus dem Landkreis, die nach dem Vortrag von ihren Wünschen und Träumen, aber auch den Barrieren in ihrem Leben berichteten.

Den Abschluss der Veranstaltung bildete eine Gesprächsrunde mit Jutta Pagel-Steidl (Landesverband für Körper und Mehrfachbehinderte Menschen Baden-Württemberg), Monika Tresp (Fachberatung Inklusion, Gemeindetag Baden-Württemberg) und Linda Gungl (FreiesSehen e.V. und Teilhabeberaterin). Die Expertinnen berichteten darüber, wie sie in ihrer Arbeit versuchen, Barrieren abzubauen – auch in den Köpfen! Musikalisch wurde die Veranstaltung von Samuel Greiner (Bariton) und Joachim Pack (Klavier) ausgezeichnet umrahmt.

Nach dem Programm waren die Gäste zu einem Umtrunk eingeladen, bei dem Masoud Catering für das leibliche Wohl sorgte. Gäste aus vielen unterschiedlichen Bereichen besuchten die Veranstaltung. Viele Menschen mit Behinderung, deren Angehörige und Selbstvertretungsgruppen waren im Publikum. Neben Vertreterinnen und Vertretern der Landes- und Kommunalpolitik, der Wohlfahrts- und Sozialverbände, waren auch zahlreiche interessierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Alle erlebten einen dichten, informativen und erkenntnisreichen Abend, der sicherlich einige Impulse für weitere Aktivitäten im Bereich Barrierefreiheit und Inklusion brachte.

Fachveranstaltung „Inklusive Quartiersentwicklung“, 29.11.2018 in Emmendingen

Von links: Holger Kranz (Moderation), Sarah Baumgart (Behindertenbeauftragte Freiburg), Daniel Kiez (Bürgermeister Riegel), Ina Mohr (Städtetag Baden-Württemberg)

Zur Fachveranstaltung luden ein der Behindertenbeauftragte des Landkreises Emmendingen, Bruno Stratz, und die Inklusionsbeauftragten der Städte Emmendingen und Waldkirch, Johannes Baur und Regina Fuchs.

Mit rund 70 Interessierten war die Veranstaltung sehr gut besucht. Die Gäste erhielten einen spannenden Einblick in Anforderungen und Möglichkeiten einer zukunftsweisenden kommunalen Entwicklung. Die Referierenden stellten die inklusive Quartiersentwicklung aus drei unterschiedlichen Perspektiven vor und brachten so den Zuhörerinnen und Zuhörern den Ansatz näher. Zum einen berichtete Daniel Kietz, Bürgermeister von Riegel, über den Bürgerbeteiligungs-Prozess zu einem geplanten Neubaugebiet. Ina Mohr vom Städtetag Baden-Württemberg stellte diverse Unterstützungs- und Fördermöglichkeiten vor und Sarah Baumgart, Behindertenbeauftragte von Freiburg, brachte den Zuhörerinnen und Zuhörern die Idee inklusiver Quartiersentwicklung durch Beispiele aus dem Alltag näher.

Ältere Beiträge zur kommunalen Inklusion können Sie unter dem folgenden Link lesen: Berichte Inklusion  

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