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Angeregte Diskussionen beim Stadtgespräch

120 Waldkircher und Waldkircherinnen hatten die Einwohnerversammlung der Stadt genutzt, um sich über Themen der Stadtentwicklung zu informieren und darüber zu diskutieren.

„Wir wollen miteinander ins Gespräch kommen“, betonte Oberbürgermeister Roman Götzmann gleich zu Beginn der Veranstaltung. Im Bereich Wohnen und Bauen wies er darauf hin, dass die Bodenrichtwerte von 2014 auf 2016 um 30% gestiegen sind. Das spiegle den Zuzug wieder, der sich sowohl aus Freiburg, aber auch aus dem Schwarzwald speise.

Die Bevölkerungsentwicklung zeige steil nach oben: „2008 waren es noch 20.600 Bürgerinnen und Bürger, heute sind es etwas mehr als 22.000.“ Die Entwicklung der Anzahl der PKW ist noch stärker: Hier waren es 2008 noch 10.000, heute sind es 12.000. Dazu komme eine durchschnittliche Belegung eines Fahrzeugs von 1,2 Personen. „Wir müssen uns fragen: Welchem Fortbewegungsmittel gehört der Platz?“

Detlev Kulse, Leiter des Dezernats IV, Planen, Bauen und Umwelt, gab zu den zwei Hauptthemen „Wohnen und Bauen“ und „Mobilität“ einen Überblick der tatsächlichen und zu erwartenden Entwicklungen in diesen Bereichen.

„Was die Flächennutzung der Gemarkung der Stadt Waldkirch betrifft, entspricht das dem baden-württembergischen Durchschnitt“, so Kulse. Insgesamt sind etwas mehr als 9% Siedlungsfläche und 5,5% Verkehrsfläche.

Eine Voraussage der Bevölkerungsentwicklung sei immer mit Vorsicht zu betrachten, aber man könne eher davon ausgehen, dass der Anstieg weiterhin anhalte betonte er. Mit einem starken Anstieg der über 65-Jährigen sei in jedem Fall zu rechnen, während das Niveau der jungen Menschen überwiegend konstant bleibe. „Da steht die Stadtentwicklung vor großen Herausforderungen“, bemerkte er.

Einige Entwicklungen spielen neben dem Zuwachs der Bevölkerung außerdem eine Rolle. So ist die in Anspruch genommene Wohnfläche pro Person über die Jahre hinweg deutlich angestiegen und es leben sehr viel mehr Menschen in einer Single-Wohnung. „Das bedeutet, dass wir sogar Baugebiete benötigen, wenn niemand zuwandert.“

Bevor sich die interessierten Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen an die jeweiligen städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wendeten, stellte Detlev Kulse die zwei Planbeispiele der Bebauungspläne „Sonnhalde“ und „Papiergässle“ vor und ging auf die Ideen zur Mobilität in Waldkirch ein.

Das größte Interesse fand im Anschluss der Bereich Mobilität, der sich mit den Themen „Maßnahmenkatalog zur Verbesserung des Radwegenetzes“, „Gestaltung des Bahnhofsvorplatzes“ und des „Bürgerbus“ befasste. Im Mittelpunkt der Diskussion stand zum einen wie bei der Tunnelsanierung die Lange Straße als Einbahnstraße auszuweisen. Hier stand vor allem das dann erhöhte Verkehrsaufkommen in der Friedhofsstraße in der Kritik.

Zum anderen wurden Fragen zur Ausweisung von Radwegen entlang der Straßen und von Geschwindigkeitsbegrenzungen gestellt. Bei den Geschwindigkeitsbegrenzungen entlang der Hauptstraße in Kollnau, der Langen und der Freien Straße sei man an die Weisungen des Regierungspräsidiums gebunden. „Wir haben nur in der Langen Straße bis zur Postkreuzung die Erlaubnis erhalten auch tagsüber die Geschwindigkeit auf 30 km/h zu begrenzen“, so Götzmann. Im Sinne der Einheitlichkeit habe man darauf aber verzichtet und nur nachts eine Geschwindigkeitsbegrenzung erwirkt.

Vor allem zum zukünftigen Bebauungsplan „Sonnhalde“ wurden zur Verkehrsführung kritische Stimmen laut. Hier wurde bereits ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse noch abzuwarten sind. Die Frage danach, ob in den beiden Gebieten „Sonnhalde“ und „Papiergässle“ nicht mehr günstiger Wohnraum entstehen könne, wurde verneint. Die Erschließung im Gebiet „Sonnhalde“ ist durch das Gelände sehr teuer und wird deshalb an einen privaten Investor vergeben. Im Bereich „Papiergässle“ befindet sich das Grundstück nicht im Besitz der Stadt, sodass hier wenig Einfluss möglich ist.

Mit 580 Wohneinheiten hat die Wohnungswirtschaft der Stadt Waldkirch im Verhältnis zu anderen Städten bereits viele Wohnungen im Besitz. Derzeit baut der Eigenbetrieb in Waldkirch-Buchholz und Waldkirch-Kollnau weitere Wohnungen. Außerdem betonte Oberbürgermeister Roman Götzmann: „Die Stadt hat bereits günstige Grundstücke in der Ebene erworben.“ Wann eine Bebauung dort möglich ist, müsse man jedoch abwarten.

(created on 06. July 2018)

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