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Verleihung des Preises für Heimatforschung

In einer Feierstunde wurde im katholischen Gemeindezentrum Waldkirch der Landespreis für Heimatforschung von Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg Ulrich Steinbach an die Preisträger und Preisträgerinnen übergeben.

 Der Preis wird Bürgerinnen und Bürger aus Baden-Württemberg verliehen, deren Leistungen im Bereich der ehrenamtlichen Heimatforschung beispielhaft sind. In diesem Jahr waren rund 170 Werke eingereicht worden, die von einer 16-köpfigen Jury beurteilt worden waren. Sechs Arbeiten wurden mit Preisen ausgezeichnet und in Anerkennung sieben Arbeiten an das Haus der Geschichte Baden-Württemberg zur Dokumentation übergeben worden. Moderiert wurde die Veranstaltung von SWR-Moderator Klaus Gülker, Familie Zickgraf umrahmte die Veranstaltung musikalisch. 

Bürgermeisterstellvertreter Klaus Detel hob in seinem Grußwort hervor, dass die Verleihung des Landespreises für Heimatforschung für Waldkirch im Heimattagejahr ein bedeutender Moment ist. „Heimatforschung trägt dazu bei, die Vielfalt örtlicher und regionaler Traditionen Baden-Württembergs gerade in einem zusammenwachsenden Europa bewusst zu machen“, zitierte er aus den Statuten des Landespreises. „Wer heute einen Preis bekommt, hat in der Regel schon einen Preis gezahlt: Im Mittelpunkt stehen Leistungen, die nicht selten unter enormem Aufwand an Zeit und unter Umständen auch Geld erbracht worden sind“, so Detel. Er wies auf die Vorbildfunktion der Preisträger und Preisträgerinnen hin und drückte seine Wertschätzung vor allen auch gegenüber den Jugendlich aus, die sich in großer Zahl um die Heimatforschung verdient gemacht haben.
 
Ministerialdirektor Ulrich Steinbach ging kurz auf die Bedeutung der Heimattage ein und betonte, dass in Waldkirch durch die vielen Veranstaltungen Heimat gelebt werde. Die drei Themenfelder der Heimattage „Musik im Blut“, „Stadtgeschichten“ und „Heimatgefühle“ vermittelten bereits ein „buntes Verständnis für „Heimat“, so Steinbach. „So bunt wie diese Veranstaltung, so bunt ist auch die Heimatforschung.“
 
Er hob das große ehrenamtliche Engagement der Menschen in Baden-Württemberg hervor: „Mehr als 40% der Bürger im Land sind ehrenamtlich oder bürgerschaftlich engagiert und wir wünschen uns aktive Bürgerinnen und Bürger. Mein Respekt und Dank gilt den Preisträgern und –preisträgerinnen.“ Die Ergebnisse seien ein Identifikationsangebot mit dem das Zugehörigkeitsgefühl gestärkt werde: „Nur, was man kenn, schätzt man und das, was man schätzt, schützt man“, schloss Steinbach.
 
Die Preisträger und Preisträgerinnen wurden in kurzen Videoportraits vorgestellt und im Anschluss die Preise übergeben.

Einen Schülerpreis erhielten Johannes Rösch und Daniel Meßmer aus Engen, die sich mit der Eingemeindung von Welschingen in die Stadt Engen befassten. Sie interessierten sich insbesondere dafür, welche Auswirkungen auf Welschingen sich noch heute feststellen lassen.

Die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums Mosbach befassten sich mit der Geschichte ihres Ortes, indem sie alte Bildbestände und Zeitungen im Stadtarchiv sichteten und Zeitzeugen befragten. Die dadurch lebendige(n) Geschichte(n) gab das Stadtmarketing als Broschüre heraus, zudem wurden Informationsstelen mit Texten in Mosbach aufgestellt.

Der Jugendförderpreis wurde Mara und Leonie Pfeffer, Christiana Zhelegu, Léon Fisel und Janina Fabriz, aus Untergruppenbach verliehen, die sich mit dem Thema „Trugschluss einer aufgearbeiteten Vergangenheit? Heilbronns Umgang mit dem Nationalsozialismus“ auseinandersetzten. Ganz verschieden gingen die fünf Schüler und Schülerinnen an das Thema heran, ob anhand der Ausgestaltung der Ehrenhalle in Untergruppenbach oder der Personalakten zur Entnazifizierung am eigenen Gymnasium, die Ergebnisse beeindruckten die Jury nachhaltig.

Der erste Landespreis für Heimatforschung ging an ein Team. Werner Biggel, Ralf Bogen, Rainer Hoffschildt, William Schäfer und Claudia Weinschenk aus Stuttgart. Sie forschten über Menschen im deutschen Südwesten, die wegen ihrer Liebe und Sexualität im Nationalsozialismus ausgegrenzt und verfolgt wurden. Unter www.der-liebe-wegen.org haben sie unter anderem in einer digitalen Gedenktafel die Schicksale von 250 Menschen, die aufgrund ihrer Sexualität verfolgt und ausgegrenzt wurden festgehalten.

Einen zweiten Preis konnte Erwin Gayer aus Nussdorf für seine Forschung zur Wasserversorgung seines Heimatorts entgegennehmen.

Klaus Steinke aus Sindelfingen forschte zum beliebten Naherholungsziel den Park Weißenburg und hielt die über 2.500 Jahre zurückreichende Geschichte fest.

In Anerkennung der herausragenden Leistungen für die Heimatforschung im Land wurden folgende Werke zur Dokumentation dem Haus der Geschichte Baden-Württemberg übergeben. Kays Allgaier; Paul Lieb und Jakob Seidel, Kirchzarten: „Ein jüdisches Schicksal im Dreisamtal. Die Verfolgung der Familie Günzburger aus Burg-Höfen im „Dritten Reich“; Franziska Gaibler, Eningen „Sehr geehrter Herr Pfarrer – Die evangelische Kirche im Gewissenskonflikt während der Zeit des Nationalsozialismus an regionalen Beispielen“; Pascal Eichner, Ludwigsburg „Wilhelm II. von Württemberg – traditioneller Fürst oder moderner Staatsmann?“; Karlheinz Hegele, Schwäbisch Gmünd „Die Mühlen und Mühlbäche der Stadt Schwäbisch Gmünd“; Dr. Wolf-Henning Petershagen, Ulm „Ulms Straßennamen: Geschichte und Erklärung“; Michael Kuckenburg, Tübingen „Neuanfang – mit den Männern von gestern? Die (Unter-)Führer der Bereitschaftspolizei Göppingen und ihre NS-Vergangenheit“; Peter Kieferle, Stuttgart „Die Neckarvorstadt zu Cannstatt“.
 

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