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Fasnet - "Zünftig und vernünftig"

Fasnet 2013

2013 ist die Fasnetprävention durch zwei Premieren gekennzeichnet.

Info-Abend zur Alkoholprävention

Joachim BlankZum einen gab es zum ersten Mal einen Informationsabend über Alkoholprävention im Haus der Jugend. Vertreter von fünf Waldkircher Fasnetvereinen wie auch zwei Mitarbeiterinnen einer Gaststätte kamen, um sich über das Jugendschutzgesetz und geltendes Gaststättenrecht zu informieren. Praxisnah erläuterten Barbara Reek und Joachim Blank die aktuelle Gesetzeslage und machten auf Tücken aufmerksam. Die Besucher hatten auch Fragen dabei: In welchen Fällen bin ich selbst rechtlich belangbar? Wem obliegt die Kontrolle der Ausweise? Ab wann gilt eigentlich das Gaststättenrecht? Wer darf wann was ausschenken? An diesem Abend wurde einmal mehr klar: es geht darum ein Bewusstsein für die Problematik zu bilden und diesen geschärften Blick auch an seine Vereinskollegen weiterzugeben.

"Safer Sex on the Beach" im "Saftladen"

Saftladen der JugendarbeitZum anderen waren die städtischen Jugendarbeiter erstmals mit dem "Saftladen" beim Umzug der Burghexen präsent. "Ich wusste gar nicht, dass so viele Waldkircher keinen Alkohol trinken!" staunte ein junger Mann, der kräftig den Shaker schwang. Mit zehn ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer gelang es den Jugendarbeitern in Waldkirch, Interesse für eine überraschende und leckere Alternative zu alkoholischen Getränken zu wecken. Durchweg positiv waren die Rückmeldungen auf den "legal Caipirinha", "Herbie" den etwas herberen Mix, und vor allem auf "Safer Sex on the Beach", einen Mix aus Fruchtsäften und Preiselbeersirup, zu dem die Aidshilfe Freiburg noch ein Kondom pro Cocktail spendierte.

Die Präventionsarbeit geht weiter

Mehr als zufrieden machen Silke Pfaller-Werle und Daniel Joos nun mit der Präventionsarbeit weiter. Neben der mittlerweile fast "üblichen" Informationsarbeit für Verkauf- und Aushangsstellen werden die beiden bis Aschermittwoch immer wieder auf Waldkirchs Straßen unterwegs sein, um gezielt mit Jugendlichen zum Thema Alkoholkonsum ins Gespräch zu kommen. Am Schmutzigen Dunschdig werden die Mitarbeiter von "Check dein Risiko" sie unterstützen.

Wer braucht noch Materialien?

Wer noch Aushangtafeln, Aufkleber oder – dieses Jahr zum ersten Mal – Buttons braucht, kann sich gerne bei Silke Pfaller-Werle im Haus der Jugend, Fabrikstr. 16, melden. Information bei der Stadtjugendarbeit im Haus der Jugend, Fabristr.16, Tel. 07681 / 47 47 09 oder 25315, eMail hausderjugend@abs.stadt-waldkirch.de.


Allgemeines

Florian Ücker, Daniel Joos und Silke Pfaller WerleDer Stadt Waldkirch ist es ein dringendes Anliegen, dass die Fasnet im Städtle zünftig und zugleich vernünftig gefeiert wird. Gerade in der 5. Jahreszeit wird gern ein Glas mehr als „notwendig“ getrunken, und die Auswirkungen sind häufig fatal: Von Streit und Ärger bis hin zu gewalttätigen Auseinandersetzungen kann es gehen, es kann zu gefährlichen Rauschzuständen kommen, die im Krankenhaus enden. Und das nicht nur bei Erwachsenen, sondern oft auch bei Jugendlichen, die diesen Alkohol laut Gesetz noch gar nicht konsumieren dürfen, und grundsätzlich einer anderen Gefährdung ausgesetzt sind als Erwachsene. Die Mobile Jugendarbeit der Stadt Waldkirch investiert daher viel Mühe in Prävention.

Erwachsene haben Vorbildfunktion

Die Präventionsarbeit der Stadtjugendarbeit ist auf zwei Zielgruppen ausgerichtet: Zum einen wendet sie sich durch die aufsuchende Arbeit an Jugendliche im relevanten Alter, zum anderen an die Erwachsenen, die in der gesamtgesellschaftlichen Pflicht stehen, die Jugend zu schützen und die gesetzlichen Bestimmungen ihr gegenüber durchzusetzen und einzuhalten.

Das Jugendschutzgesetz 

Das Jugenschutzgesetz richtet sich an Erwachsene. Sie müssen darauf achten, das es eingehalten wird. Das Jugenschutzgesetz regelt: Kinder bis 14 Jahre dürfen Alkohol nur in Begleitung Erwachsener trinken, Jugendliche über 16 Jahren dürfen Bier und Wein trinken, aber keine Spirituosen und Alkopops, Rauchen ist erst mit 18 Jahren erlaubt. Kinder unter 14 Jahren dürfen bis 22 Uhr, Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren bis 24 Uhr unterwegs sein.

Rauchen erst ab 18

Jugendschutzgesetz

Trinken Ja, Saufen NeinTrinken Ja Saufen Nein

In den Waldkircher Zünften und den Betreibern des Narrendorfes hat die Stadtjugendarbeiterin Silke Pfaller-Werle starke Partner für den Bereich der "Bewusstseinsbildung" gefunden: Zentrales Anliegen ist die Stärkung eines Verantwortungsgefühls und die Sensibilisierung aller Altersgruppen für das Thema Alkoholmißbrauch. "Einem Minderjährigen Alkohol zu geben oder dessen Konsum schweigend zu beobachten, ist eben kein Kavaliersdelikt!", so Silke Pfaller-Werle.

Beim Alkohol geht es nicht um einen erhobenen Zeigefinger, der alles verbieten will, sondern um einen verantwortungsvollen Umgang. Wichtig sei allerdings, wie eine Fest- und Feierkultur den Jugendlichen gegenüber vorgelebt und an sie weitergegeben wird: Es soll und darf ruhig über Alkohol und seine Rolle und Wertigkeit bei Festen und anderen Gelegenheiten diskutiert werden! Was steht im Zentrum des Feierns: Die Fasnet in all ihren Facetten, oder der Rausch? "Uns geht es nicht darum, den Jugendlichen an den Fasnet-Veranstaltungen die Flasche aus der Hand zu reißen. Und nicht darum, den Alkoholkonsum zu verteufeln. Auch wir wissen, dass Alkohol in unserem Kulturkreis zum Feiern gehört!", so Silke Pfaller-Werle. Das Motto, das sie auch auf Aufklebern verbreitet, lautet: "Trinken Ja, Saufen Nein" .

K.O.-Tropfen

Der Einsatz von K.O.-Tropfen beschränkt sich nicht mehr auf Einzelfälle oder Großstädte. Selbst bei Dorffesten werden sie verwendet. Einige Regeln können helfen:

  • Getränke nie unbeaufsichtigt lassen
  • Bei Unwohlsein mit Freundinnen und Freunden sprechen, nicht mit Unbekannten und sich nicht von Unbekannten nach draußen begleiten lassen
  • Sich um Freundinnen und Freunde kümmern, wenn sie zuviel getrunken haben oder sich ungewohnt verhalten
  • Das Fest verlassen, wenn man sich nicht sicher fühlt
  • Bei Verdacht sofort zum Arzt gehen, weil sich K.O.-Tropfen nur kurze Zeit nachweisen lassen
  • Schon im Verdachtsfall die Polizei verständigen

Rauchen erst ab 18

Mit Aufklebern wirbt Silke Pfaller-Werle bei den Verkaufsstellen für die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes in punkto Rauchen: "Rauchen erst ab 18 - Kein Verkauf von Tabakwaren an Kinder und Jugendliche - Hier wird das Jugendschutzgesetz beachtet".

Prävention lohntAusweis zeigen

Der langfristige Erfolg kann sich sehen lassen: Eine verantwortungsbewusste Haltung im Umgangmit Alkohol ist in Waldkirch mittlerweile fest verankert. "Man schaut aufeinander und auf seine Jugend, und jeder nimmt das Thema Alkohomissbrauch ernst" Das gilt auch für die Ständebetreiber und Verkaufsstellen. Sie haben es besonders schwer: Sie müssen aufpassen, wer sich Alkohol erschleichen will, und sie müssen sich oft gegen die jugendlichen Gäste behaupten.

Der Aufwand ist beträchtlich: Die Mobile Jugendarbeit schreibt jedes Jahr zusammen mit der Polizei alle Verkaufssstellen an, verschickt Info-Materialien und das Jugenschutzgesetz (in verschiedenen Sprachen) und berät sich mit den Zünften und den Betreibern des Narrendorfs. Während der Fasnet sind die Jugendsozialarbeiter in der Stadt unterwegs.

Gravierende Vorfälle sind rückläufig

Florian Ücker, Jugendsachbearbeiter des Waldkircher Polizeireviers, bestätigt den Erfolg des Konzepts. "Die Anzahl der Jugendlichen, die während der Fasnet betrunken aufgegriffen werden, ist rückläufig." Der Schmutzige Dunschtig stelle keinen negativen Höhepunkt mehr da. Die Zahl der Körperverletzungen sei zurückgegangen. Aber auch Florian Ücker tut auch viel dafür. Er besucht im Vorfeld der Fasnet die Schulen, um die Jugendlichen zu informieren: Was kann ich tun, wenn neben mir jemand zusammenbricht? Wo ist das DRK? Wie komme ich nach Hause? Wen kann ich anrufen? Was darf ich als Jugendlicher, was nicht?

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