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Im Gespräch: Obdachlosigkeit in Waldkirch

Im Gespräch: Regine Gudat, Robin Thinnes und Alfons Woestmann

Dass es von Obdachlosigkeit betroffene Menschen in Waldkirch gibt, können sich viele nicht vorstellen. Doch gerade das ist oft das Problem: Sie sind durch alle Raster gefallen und haben sich, oft komplett, aus dem sozialen Leben zurückgezogen.

Im Gespräch berichteten Alfons Woestmann, Leiter des Hauses Eliah, Regine Gudat, Abteilung Jugend, Soziales und Integration und Robin Thinnes, Abteilung Öffentliche Sicherheit und Ordnung über die Erfahrungen, die sie mit dem Thema Wohnungsverlust in Waldkirch gemacht haben.

Derzeit gibt es 52 Menschen, die in Waldkirch in städtischen Unterkünften untergebracht sind. „Das sind Männer genauso wie Frauen, aber auch Familien“, berichtet Robin Thinnes. „Es ist die Ordnungsaufgabe der Stadt für ein „Dach über dem Kopf“ zu sorgen“, erklärt er. Er betont aber auch, dass es immer das Ziel ist, Menschen erst gar nicht in städtischen Unterkünften unterbringen zu müssen. Wenn die Menschen ausreichend früh zu ihm kämen, wäre oft noch einiges machbar.

Wenn es dennoch soweit kommt, endet der Aufgabenbereich von Robin Thinnes - und die Arbeit von Alfons Woestmann beginnt. Er ist der Leiter des Hauses Eliah, das vom AGJ-Fachverband getragen wird. Einer der Arbeitsbereiche des AGJ-Fachverbandes ist die Wohnungslosenhilfe. Knapp sechs Stunden stehen Alfons Woestmann pro Woche für die sogenannte „aufsuchende Hilfe“ zur Verfügung. „Für viele dieser Menschen ist das aktive Wahrnehmen von Beratungsangeboten gar nicht möglich“, erklärte er, „sonst wären sie ja meist erst gar nicht in diese Situation geraten.“

Meist seien es Menschen, die sich psychischen Gründen aus dem sozialen Leben zurückgezogen haben. Wenn er einen Hausbesuch mache, schlage ihm häufig zunächst großes Misstrauen entgegen, gefolgt von Erstaunen, wenn er dann wiederkäme. Regine Gudat betont: „Wir möchten mit diesem Angebot auch vermitteln, dass wir die Menschen nicht aufgeben.“ Man greife dabei gerne auf die Arbeit von Haus Eliah zurück, da hier bereits sowohl das Fachwissen, aber auch viel Erfahrung vorliege.

Dass es das Generationenbüro in Waldkirch gibt, ist für Alfons Woestmann ein zusätzliches Plus: „Wenn die Menschen merken, man hilft ihnen, dann kommen sie auch zur Beratung hierher“, sagt er. Im Generationenbüro hat er die Möglichkeit, direkt am Computer zu arbeiten, Anträge zu stellen oder Kontakte zu den Ämtern herzustellen. Die Betroffenen nehmen oft weder Leistungsbezüge in Anspruch, noch sind sie krankenversichert. „Dabei ist der Leistungsbezug ausschlaggebend“, sagt Alfons Woestmann. Er sieht seine Arbeit auch als eine Scharnierfunktion zwischen dem Amt und den Betroffenen. Mit 85 Männern und Frauen hat er im vergangenen Jahr Gespräche geführt und konnte damit fast alle erreichen, die in den Notunterkünften der Stadt Waldkirch leben.

(created on 05. April 2017)
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