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Zweites Projekttreffen von KERNiG in Waldkirch

Beim zweiten offiziellen Projektpartnertreffen des Forschungsprojektes KERNiG, welches dieses Mal in Waldkirch stattfand, stellten die Teilprojekte erste Arbeitsergebnisse seit dem Projektstart im Oktober 2016 vor. Professor Dr. Heiner Schanz von der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg fasste im Vorfeld noch einmal zusammen: „Das Ziel von KERNiG ist es,  Nachhaltigkeit im Bereich der Ernährung auf kommunaler Ebene voranzutreiben. Im Vordergrund steht bei der Nachhaltigkeit sonst meist Energie und Verkehr.“

Für die Forschungsgruppe stellt sich die Frage, wie eine Kommune beim Thema Ernährung eingreifen kann. Es gebe zwar viele Ebenen, von der Produktion bis zur Entsorgung, Ernährung ist aber vor allem eine private Sache. „Welche Rolle spielen die Bürger dabei, was lässt sich dabei überhaupt tun und was passiert, wenn eine Stadt das auf die politische Agenda setzt?“ Professor Dr. Schanz bezeichnete es bereits als einen ersten Erfolg, dass in beiden Modellkommunen (Waldkirch, Leutkirch im Allgäu) Maßnahmenkataloge von den Gemeinderäten verabschiedet wurden und Bürgerbeteiligungen stattgefunden haben.

Ein Teilprojekt von KERNiG wird vom Forschungsinstitut biologischer Landbau, FibL betreut, dessen Rolle die Bestandsaufnahme der Strukturen der kommunalen Lebensmittelversorgung und Lebensmittelflüsse sowie die Abschätzung der damit verbundenen Umweltwirkungen ist. Matthias Meier berichtete, dass nun umfassende Daten zum landwirtschaftlichen Produktionspotenzial und Lebensmittelflüssen in Waldkirch vorliegen. Die Erhebung beleuchtet auch,  ob die in der Region hergestellten Lebensmittel überhaupt ausreichen würden, um den Bedarf der Bevölkerung am jeweiligen Lebensmittel zu decken. Die Studie steht auf der Internetseite der Stadt Waldkirch in der Rubrik „Bauen und Wohnen“ Stichwort „KERNiG“ unter „Aktuelles“ zur Verfügung.

Johanna Quendt von der Universität Kassel hat für das Teilprojekt „Ernährungssysteme als durch soziale Milieus geprägte Systeme“ eine umfassende Umfrage durchgeführt. Im Fokus standen die Zusammenhänge von der Einstellung zum nachhaltigen bzw. regionalen Einkauf von Lebensmitteln und der tatsächlichen Umsetzung in die Tat in Abhängigkeit des Milieus. Johanna Quendt berichtete, dass in Waldkirch die Einstellung gegenüber dem regionalen Einkauf sehr positiv ist, bei der Umsetzung das Einkommen aber einen wesentlichen Einfluss darauf hat, wie viel regional erzeugte Lebensmittel gekauft werden. Sobald die Gesamtauswertung der Umfrage vorliegt, werden die Ergebnisse ebenfalls auf der Internetseite der Stadt Waldkirch eingestellt.

Jana Baldy ist für die Forschung auf dem Gebiet der Politikintegration zuständig. Sie geht der Frage  „Wie wird Nachhaltigkeit in den Kommunen konzeptionell umgesetzt?“ nach und hat bereits mit Vertreterinnen und Vertretern der  Verwaltung geführt, die noch fortgeführt und ausgewertet werden.

Auch David Sipple, der sich mit Marktnetzwerken beschäftigt, führte bereits zahlreiche Interviews mit ernährungsrelevanten Akteuren. Im Vordergrund des Teilprojektes steht, welche konkreten kommunalen Lebensmittelmärkte sich in Waldkirch identifizieren und charakterisieren lassen. Das Teilprojekt „Ernährungssysteme als Wissens- und Praxisfelder“ verfolgt einen praxistheoretischen Ansatz. Benjamin Hennchen untersucht verschiedene Handlungsabläufe und die damit verbundenen Wissensbestände in der Außer-Haus-Verpflegung, um dadurch möglicherweise Potentiale zu identifizieren, die z.B. Lebensmittelverluste vermeiden.

„Nudging for Good Food - Nachhaltige Ernährung in Kommunen“  ist das Thema des Teilprojekts der Zeppelin-Universität Friedrichshafen. Es hat zum Ziel, mit kleinen Veränderungen im Angebot, der Einfachheit oder der Zugänglichkeit, Verbraucher zu nachhaltigerem Ernährungsverhalten zu motivieren.  Die Ergebnisse werden nach dem Abschluss des Teilprojekts ebenfalls auf der Seite der Stadt Waldkirch eingestellt.

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