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Kulturerbe made in Waldkirch

Der deutsche Orgelbau und die Orgelmusik sind von der UNESCO in die Liste der Immateriellen Kulturgüter der Menschheit aufgenommen worden. Der Orgelbaumeister Wolfgang Brommer hat am Antrag mitgearbeitet und so auch Waldkirch und alle Orgelbauwerkstätten ins Spiel gebracht.

„Vor Jahren kam die Idee auf, einen Antrag bei der UNESCO zu stellen, den Orgelbau und die Orgelmusik bei der UNESCO zum Immateriellen Kulturgut der Menschheit zu ernennen, zu stellen“, so Wolfgang Brommer. „Ich freue mich sehr, dass der deutsche Orgelbau und die Orgelmusik durch die UNESCO zum Immateriellen Kulturgut der Menschheit ernannt wurden“, sagt er.

Professor Dr. Michael Kaufmann, Orgelsachverständiger bei der Vereinigung der Orgelsachverständigen Deutschlands (VDO), hatte die Idee entwickelt und die Antragstellung federführend geleitet. „Wir haben zum Antrag unter anderem Bild- und Tonmaterial aus Waldkirch beigesteuert. So wurden auch Waldkirch und der Drehorgelbau in den Antrag mitaufgenommen“, berichtet Brommer, „Die Kirchenorgel ist die Königin, die Drehorgel die Prinzessin“, ergänzt er mit einem Augenzwinkern.

Zusammen mit Orgelbaumeister Heinz Jäger ist es deren Anliegen den Orgelbau wieder in den Fokus zu rücken, geht aber über die Auszeichnung der UNESCO hinaus. „In Sachen Orgelbau gilt es weiterzugehen“, so Wolfgang Brommer, „die Ideenschmiede hämmert.“ Die Ernennung zum Kulturerbe ist an die Bedingung gebunden, dass das Handwerk tatsächlich praktiziert wird. Nicht nur damit das so bleibt, möchten Wolfgang Brommer und Heinz Jäger die Menschen für das Thema Orgel begeistern. Sie möchten etwas bewegen, für die Allgemeinheit, für die Stadt. „Freude und Respekt an der Orgel vermitteln, das dient dem Kulturerhalt“, ist Brommer sich sicher, „vielleicht kommt ja so auch einmal wieder ein junger Mensch zu uns, um das Orgelbauerhandwerk zu erlernen.“

So ruhen sie sich nicht auf den Lorbeeren aus und haben diverse Projekte mit ins Leben gerufen, um die Menschen auf verschiedenen Ebenen zu erreichen. Die Waldkircher Orgelstiftung initiierte 2017 die „Deutsche Orgelstraße“. Um Interessierten eine Möglichkeit zu bieten, sowohl Orgelbauwerkstätten, Bildungseinrichtungen mit dem Schwerpunkt Orgel, Museen, aber auch Kirchenorgeln und Veranstaltungen wie Konzerte oder Festivals in ganz Deutschlang einfach zu finden, wurde das Kulturnetzwerk „Deutsche Orgelstraße“ gegründet. Auf der Internetseite des Kulturnetzwerks sind derzeit bereits rund 50 Orte auf einer Deutschlandkarte Deutschland verzeichnet. „Im Januar werden wir 2.500 Briefe verschicken und darin für die Orgelstraße werben, dann wird die Landkarte viele weitere „Orgelorte“ aufweisen“, berichtet Wolfgang Brommer.

Das zweite Projekt der Waldkircher Orgelstiftung mit dem Titel „Pins & Bytes“, bietet einen technischen Zugang zur Orgel. „Drehorgeln sind mechanische Musikcomputer. Auf den Walzen und Papierrollen wird Musik gespeichert. Damit sind sie die ersten Musik-Computer“, betont Brommer. Mit diesem zweiten Weg ist ein weiterer ganz anders gearteter Zugang zu den Orgeln geboten. Über den reinen Ton bietet das dritte Projekt „Haus der Klänge“, geleitet von Ina Gutsch, noch einmal eine andere Gelegenheit, sich Zugang zur Welt der Klänge und den Orgeln zu erschließen. Darüber hinaus möchte die Waldkircher Orgelstiftung zusammen mit dem Elztalmuseum Projekte für Schülerinnen und Schüler initiieren, die sich mit dem Thema „Orgel“ auseinandersetzen.

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