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Suggentäler Bergbauwanderweg

St.-Josephi-Stollen (Suggental)

Bitte beachten Sie: Die Hinweistafeln des Bergbauwanderwegs müssen erneuert werden; mit Fragen wenden Sie sich bitte an die Tourist-Information Waldkirch, Telefon 07681 19 4 33.

Der Bergbau-Wanderweg im Waldkircher Ortsteil Suggental soll dem Wanderer bewusst machen, dass das heutige idyllische Schwarzwaldtal während des Mittelalters eines der wichtigsten Bergbauzentren des Breisgaus war. Der Weg entstand aus einer Initiative der Bergbauforschungsgruppe Suggental, der Stadt Waldkirch, der Ortsgruppe Waldkirch-Kandel des Schwarzwaldvereins und des Waldkircher Archäologen Andreas Haasis-Berner.


Zwei Varianten

Der Weg umfasst zwei Varianten und beinhaltet vier bzw. fünf Stationen, an denen sich jeweils eine Informationstafel befindet. Er beginnt am Hotel Suggenbad und führt zunächst auf den Sattel am "Hornbühl", wo die erste Tafel auf den (Eisenerz-) Bergbau und die entsprechenden Spuren (Halden, Pingen) hinweist. Von hier aus führt ein bequemer Fußpfad zum Hornbühlkopf (519 m) hinauf, auf dem diese Spuren besonders deutlich zu sehen sind. Anschließend führt uns der Weg wieder abwärts ins Tal, wo beim "Bürliadamshof" das Zentrum des mittelalterlichen Bergbaus erreicht wird.

Kürzere Variante

Die kürzere Variante (fünf Kilometer) führt weiter über den Resch- und den Vogelsanghof direkt zum Wissereck, wo in der frühen Neuzeit umfangreicher Eisenerzbergbau umging. Von hier aus gelangt der Wanderer wieder hinunter zum Hotel Suggenbad.

Längere Variante

Die längere Variante (zehn Kilometer) zweigt oberhalb des "Bürliadamshofes" talaufwärts zum Oberen Adamshof ab und führt über das Schlosswaldeck auf den Sattel zwischen dem Suggen- und dem Glottertal. Hier beim „Heidelbeereckle“ – von den Einheimischen auch "Badeckel" genannt – steht eine weitere Informationstafel. An dieser Stelle gelangte das Wasser des Urgrabens durch einen Tunnel ins Suggental. Auch hier wurde auf beiden Seiten des Bergrückens nach Silber gegraben. Man folgt dem Rundweg 2, der auf diesem Teilstück dem Verlauf des ehemaligen Urgrabens entspricht, bis zu einer Wegkreuzung, auf der wir links ansteigend den schönen Rastplatz beim Luser-Kreuz erreichen. Von hier geht es über den Bergrücken zum "Heidelbeereckle" zurück, und bis zum Schlosswaldeck sind nun der Hin- und Rückweg identisch. Vom Schlosswaldeck findet der Wanderer wieder den Anschluss an die Strecke Wissereck /Suggenbad.


Zur Geschichte des Bergbaus

St.Anna Stollen (Suggental)

Die Lagerstätten im Suggental lockten in der Römerzeit, im Mittelalter sowie in der Neuzeit viele Mensche an, die die begehrten Erze abbauten. Während die Römer Eisen, vielleicht auch Silber gewannen, wurde im Mittelalter vor allem Silber geschürft. Aus jeder Tonne Erz konnten nur ein bis zwei Kilogramm Silber produziert werden. Die Gruben wurden im 12. Jahrhundert von den Herzögen von Zähringen ausgebeutet. Rund 300 Bergleute waren zur Blütezeit des Silberabbaus im Suggental beschäftigt und lebten dicht gedrängt im oberen Teil des Tales.
Als der Suggentalbach nicht mehr ausreichte, um das Erz zu waschen, wurde ein 15 Kilometer langer Kanal von St. Peter im Schwarzwald bis oberhalb Suggentals gebaut und ein Stausee angelegt. Vermutlich nach einem schweren Unwetter (siehe hierzu die Sage) brach der Staudamm, die gesamte Grubenanlage wurde überflutet und 150 bis 300 Bergleute ertranken in den Stollen. Seit 1985 sind die Mitglieder der "Bergbauforschungsgruppe Suggental" dabei, Stollen teilweise wieder aufzuwältigen, zu restaurieren und mit aktiver Unterstützung der Stadt Waldkirch wieder begehbar zu machen.

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